Kirchheimer Umland

„Mensch rauche nicht“

Abschlussfest der Nichtraucherkampagne des Landkreises „Be smart – don‘t start“

49 Klassen haben im Landkreis Esslingen in diesem Jahr erfolgreich bei der 18. Nichtraucherkampagne „be smart – don’t start“ teilgenommen. Mit von der Partie waren auch Schüler des Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasiums.

Die Schüler des Ludwig-Uhland-Gymnasiums Kirchheim präsentierten Umfrageergebnisse zum Thema Rauchen.Foto: pr
Die Schüler des Ludwig-Uhland-Gymnasiums Kirchheim präsentierten Umfrageergebnisse zum Thema Rauchen.Foto: pr

Kirchheim. „Rauchen stinkt, macht Lungenkrebs und ist teuer“, sind Katrin, Liah, Ben, Tim, Joshua und Moritz überzeugt. Sie besuchen die sechste Klasse des Schelztorgymnasiums in Esslingen.

Insgesamt haben sich 49 Klassen an der Aktion beteiligt. Sechs von ihnen haben sich außerdem inhaltlich und kreativ mit dem Rauchen auseinandergesetzt. Jüngst präsentierten sie im Jugendhaus in Neuhausen die kreative Umsetzung ihrer Ideen, Spiele, Plakate, Filme und Umfrageergebnisse.

„Wenn ein Schüler in der Klasse durch dieses Projekt dauerhaft vom Rauchen abgehalten wird, hat sich der Aufwand schon gelohnt“, sagte Sigrid Braune. Sie unterrichtet unter anderem Biologie in den Klassen 7 b und 7 d des Max-Planck-Gymnasiums in Nürtingen. An diesem Nachmittag begleitete sie Hannah und Lea. Die beiden stellten zwei Spiele vor: ein selbst erfundenes „Mensch rauche nicht“ und ein unterhaltsames und informatives Kartenspiel. Hannah und Lea sind überzeugt, dass in ihren Klassen bisher noch niemand geraucht hat: „Für uns alle war es ein wichtiger Impuls, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen.“

Für sie ist klar, dass das Aufhören sehr schwierig sein kann. Sie haben im vergangenen halben Jahr Filme geschaut und untersucht, wie die verführerische Werbung für das Rauchen funktioniert. Außerdem haben sie über die 4 000 teilweise hochgiftigen Stoffe in Zigaretten gesprochen. Natürlich haben sie, wie alle anderen 49 Klassen auch, jede Woche bestätigt, dass keiner in der Klasse geraucht hat. An der Spiele-Idee hat sie begeistert, dass ihre Spiele auch Schüler anderer Klassen spielen können und dass nachfolgende Klassen die Idee in den nächsten Jahren weiter ausbauen können.

Viel Zeit und Energie haben alle Schüler in ihre Projekte investiert. Sie haben vor allem Filme gedreht und Umfragen gemacht, unter Lehrern, Schülern und Eltern und unter Passanten in den Städten. Mit kreativen Projekten haben jeweils zwei Klassen des Schelztor-, des Max Planck- und des Ludwig-Uhland- Gymnasiums in Kirchheim teilgenommen.

Auch Ben und seine Freunde wollen nicht anfangen zu rauchen. Ben betonte: „Was in zwei, drei Jahren sein wird, weiß man natürlich nicht.“ Sie haben einen Film gedreht über Gruppenzwang und den Wunsch, cool zu sein. Sie zeigten eine Episode aus diesem Film als Theaterstück live auf der Bühne. Sie können allen Klassen nur empfehlen, bei der Kampagne mitzumachen und werden auch nächstes Jahr dabei sein. Ihren Film haben sie beim Landeswettbewerb eingereicht und wollen natürlich auch den Bundespreis bekommen: eine gemeinsame Klassenfahrt.

Begleitet und mit umfangreichem Material ausgestattet werden die Schulklassen von der Koordination Suchtprophylaxe des Landkreises Esslingen. Auch nächstes Jahr wird es wieder eine neue Runde von „Be smart“ geben. Teilnehmen können interessierte Klassen aller Schularten der Klassenstufen sechs bis acht. Alle Schulklassen im Landkreis, die sich kreativ mit dem Thema auseinandersetzen, werden mit einem Preis für die ganze Klasse belohnt. Sie dürfen ins Theater, die Hundestaffel der Polizei besuchen oder einen Selbstverteidigungskurs absolvieren. Ansprechpartnerin ist Christiane Heinze, Koordinatorin Suchtprophylaxe.

Im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren beginnen Jugendliche erfahrungsgemäß mit dem Rauchen zu experimentieren, genau da setzt die bundesweite Kampagne „Be smart“ an. Erfreulicherweise sei die Quote der Einsteiger in Deutschland gesunken, informierte Heinze. Sie hatte eine dringende Bitte an die Kinder und Jugendlichen: „Bleibt dabei: Fangt nicht an zu rauchen.“ ee

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