Kirchheimer Umland

Mit Eduard Mörike die Natur entdeckt

Konzert Der Liederkranz Kirchheim führte Gedichte, Vertonungen und Briefe des schwäbischen Dichters auf.

Der Liederkranz beim Konzert in der Thomaskirche. Foto: pr

Kirchheim. Es war ambitioniert und gelungen zugleich, was der Liederkranz Kirchheim beim jüngsten Konzert auf die Bühne stellte. Anna-Maria Wilke, Chorleiterin des Liederkranzes, hatte ein interessantes, informatives Programm erarbeitet, wobei einige Teile ihrer eigenen Studienarbeit eingeflossen waren.

So wurden vom Liederkranz einige der schönsten Mörike-Gedichte, die von bekannten Komponisten noch zu seinen Lebzeiten vertont wurden, mit Chor sowie als Duett und als Solostück zur Aufführung gebracht. Das bekannte Gedicht „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“ kam in der Solostimme von Melanie Kiltz als einfühlsames Lied zur Geltung. Von den weiteren Vertonungen der insgesamt zwölf Gedichte kamen Titel wie „Fußreise“, „Herr, schicke, was du willst“, „Ein Stündlein wohl vor Tag“ und das „Elfenlied“ zum Vortrag, die die Zuhörer in der voll besetzten Thomaskirche mit viel Applaus belohnten. Besonders viel Beachtung fand die Chorleiterin Anna-Maria Wilke für ihre musikalische Interpretation des Nachtigallengesangs von Cleversulzbach und ihr Solostück „Nixe Binsefuß“.

Eduard Mörike ist als Dichter-Pfarrer von Ochsenwang bekannt, sein damaliges Wohnhaus ist heute Museum. Sein Beruf als Pfarrer war für ihn nicht befriedigend, schon das Vikariat war für ihn eine ‚Knechtschaft‘. Dafür hat er als Dichter seiner Nachwelt Werke hinterlassen, die in ihrer Zeitlosigkeit auch heute noch berühren.

Während die Chormitglieder zu Beginn das von Mörike bekannte Gedicht „S‘leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura“ als Kanon vortrugen, wurde der Abend beendet mit dem gemeinsamen Schlusslied „Ade zur guten Nacht“, wozu Mörike die dritte Strophe geschrieben hat. ws

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