Kirchheimer Umland

Mit Hochdruck in den Einsatz

Hilfeleistung Die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim hat in Jesingen ihr neues Löschfahrzeug eingeweiht – mit einer Schauübung, bei der der Neuzugang gegen den Vorgänger antreten musste. Von Daniela Haußmann

Dank dem neuen Fahrzeug der Jesinger Feuerwehr war ein Holzhäuschen im Handumdrehen gelöscht.Fotos: Daniela Haußmann
Dank dem neuen Fahrzeug der Jesinger Feuerwehr war ein Holzhäuschen im Handumdrehen gelöscht.Fotos: Daniela Haußmann

Mit Blaulicht und Sirene eilen die Floriansjünger zum „Brand“ in der Jesinger Brunnenstraße. In Windeseile rollen sie die Schläuche aus und schließen sie an die Verteiler an: Mit einer Schauübung haben die Jesinger Feuerwehrkameraden standesgemäß ihr neues Löschfahrzeug LF 10 in Dienst gestellt. Rund 300 Schaulustige verfolgten die Übung mit Hochspannung. Im Fokus der Simulation stand der Vergleich des neuen und des alten Löschfahrzeugs.

Während beim 1984 angeschafften Feuerwehrauto LF 8 die Pumpe etwa 800 Liter Wasser pro Minute fördert, bewältigt die neue Pumpe rund 1 200 Liter in 60 Sekunden. Von Vorteil ist auch der 1 000 Liter fassende Wassertank des LF 10, der beim Vorgängerfahrzeug gänzlich fehlt. Dank ihm können die Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beginnen, noch bevor die Löschwasserversorgung über das öffentliche Hydrantennetz oder andere Entnahmestellen sichergestellt ist. „Das spart kostbare Zeit“, betont An­dreas Bezler, Kommandant der Abteilung Jesingen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim. Die Vorzüge des neuen LF 10 waren bei der Übung unverkennbar: Die Besatzung des Fahrzeugs löschte ein brennendes Holzhäuschen in Windeseile, das Team im alten LF 8 brauchte dazu schon etwas länger.

Ein weiterer Vorteil des „Neuen“: Vier Spinde sind im Inneren des LF 10 verbaut. „Ein Teil der neun Atemschutzgeräteträger, die in der Kabine Platz finden, können die Ausrüstung auf der Fahrt zum Einsatzort anlegen“, erläutert Andreas Bezler: „Auch das spart Zeit. Denn die, die sich im Fahrzeug ankleiden, können beispielsweise die Abfahrt vorbereiten.“ Außerdem brilliert das LF 10 mit seiner Geländetauglichkeit. Das alte Feuerwehrauto verfügte zwar ebenfalls über einen Allradantrieb, doch die technische Entwicklung in den vergangenen drei Jahrzehnten machte sich da ebenfalls bemerkbar.

Rund 375 000 Euro hat das neue Löschfahrzeug gekostet. Vom Landkreis gab es für die Stadt einen Zuschuss von 90 000 Euro. Kreisbrandmeister Bernhard Dietrich zufolge sind die Einnahmen des Landes aus der Feuerschutzsteuer in den vergangenen Jahren sukzessive auf aktuell 64 Millionen Euro gestiegen. Er ist guter Dinge, dass sich die Fördersätze weiter verbessern und künftig mehr Projekte gefördert werden.

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker machte bei der Einweihung deutlich, dass der Kauf des LF 10 eine wichtige Investition in die Schlagkraft der Wehr zum Schutz der Bevölkerung darstellt. Die Rathauschefin hob das Engagement der Kameraden für die Stadtgesellschaft hervor. Auch beim Starkregenereignis, das vor Kurzem für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller sorgte, haben die Feuerwehrleute in der Teckstadt wertvolle Hilfe geleistet. „Eine allzeit gute Fahrt und wohlbehaltene Rückkehr aus dem Einsatz“, wünschte Stadtbrandmeister Roland Schultheiß den Einsatzkräften mit ihrem neuen Fahrzeug.

Viel Zeit investiert haben Ralf Bernauer, Daniel Osswald, Jürgen Klein, Thomas Schöpf, Jochen und Christian Ambacher. Sie bildeten das Beschaffungsteam. Rund 1 100 Stunden verbrachten die Männer mit Recherchen, Gesprächen, Planungen und Verhandlungen.

Das alte Löschfahrzeug LF 8 wird nach Auskunft von Roland Schultheiß verkauft. Was dann mit ihm geschieht, lässt sich nur erahnen. „Es gibt Firmen, die sich auf die Restaurierung solcher Nutzfahrzeuge spezialisiert haben“, so Bernhard Dietrich. „Es ist also gut möglich, dass ein Oldtimer-Fan das LF 8 kauft. Vielleicht taucht es im Ausland wieder auf.“ Fest steht jedoch eines: Das Fahrzeug hat in den vergangenen 34 Jahren in Kirchheim zuverlässig seinen Dienst getan.

Dank dem neuen Fahrzeug der Jesinger Feuerwehr war ein Holzhäuschen im Handumdrehen gelöscht.Fotos: Daniela Haußmann
Dank dem neuen Fahrzeug der Jesinger Feuerwehr war ein Holzhäuschen im Handumdrehen gelöscht.Fotos: Daniela Haußmann
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