Kirchheimer Umland

Mit tausend Litern geht es an den Start

Feuerwehr In Notzingen ist ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt worden. Somit kann ein beinahe 30 Jahre altes Löschfahrzeug in den „Ruhestand“ verabschiedet werden. Von Markus Brändli

Festakt bei der Notzinger Feuerwehr: Sie konnte ihr neues Fahrzeug in Dienst stellen. Bei dem roten Iveco Daily handelt es sich um ein „Mittleres Löschfahrzeug“ (MLF). Es löst ein beinahe 30 Jahre altes Löschfahrzeug LF 8 ab.

Wer jetzt in die Fahrzeughalle der Notzinger Feuerwehr schaut, wird dort bereits ein Fahrzeug finden, das nahezu baugleich mit dem Neu­erwerb ist. Dieses wurde 2012 beschafft und war damals ein völlig neuer Fahrzeugtyp, „der für viel Aufsehen und Diskussion in der Fachwelt führte“, wie sich Christian Kliemann von der Firma Iveco erinnert. Mittlerweile ist dieser Fahrzeugtyp genormt, und daher konnte Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich auch dabei behilflich sein, dass sich zum Kaufpreis von 230 000 Euro ein Zuschuss von 48 000 Euro aus Landesmitteln beisteuern ließ.

Nach der musikalischen Eröffnung durch den Spielmannszug der Feuerwehr kam das neue Prunkstück blumengeschmückt mit Blaulicht und Martinshorn auf den Hof gefahren, wo es mit viel Beifall in Empfang genommen wurde. Während Kommandant Benjamin Lay etwas zur Entstehung des Fahrzeuges und zu seiner Beladung erzählte, zeigte die sechsköpfige Besatzung einige der Besonderheiten.

Ein großer Unterschied zum MLF von 2012 ist der eingebaute Wassertank mit tausend Litern. „Das macht uns bei der Brandbekämpfung flexibler und schneller, da wir schon loslegen können, bevor die Schlauchleitung zum Hydranten steht“, erklärte Benjamin Lay. Theoretisch ist die im Heck eingebaute Pumpe in der Lage, dieses Volumen innerhalb einer Minute durch die Schläuche zu befördern, mit einem Druck von zehn Bar.

Erstmalig auf einem Notzinger Feuerwehrfahrzeug findet sich ein „Kombigerät Schere/Spreizer“ für die technische Hilfeleistung, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen. Dieses Gerät ist, ebenso wie Trennschleifer, Kettensäge oder Hochdrucklüfter, akkubetrieben. So entfällt das Verlegen von Strom- oder Hydraulikleitungen, was zugleich auch die Geräuschkulisse reduziert. „Ansonsten haben wir darauf geachtet, dass alle Ausrüstungsteile am selben Platz zu finden sind wie im ersten Modell. Das erhöht die Sicherheit und macht das Arbeiten für die Kameraden im Einsatz einfacher“, stellt der Kommandant fest.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Notzingen demonstrierten gleich bei der Inbetriebnahme, dass sie auf die Arbeit mit dem ne
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Notzingen demonstrierten gleich bei der Inbetriebnahme, dass sie auf die Arbeit mit dem neuen Löschfahrzeug bestens vorbereitet sind. Ein großer Unterschied zwischen Festakt und künftigen Einsätzen ist allerdings der Blumenschmuck auf der Motorhaube (kleines Bild unten).Fotos: Markus Brändli

Nach der offiziellen Schlüssel­übergabe lud Benjamin Lay die anwesenden Feuerwehrkameraden und deren Angehörige zum Helferfest in die Fahrzeughalle ein - als Dank für die geleistete Arbeit, auch beim Jubiläum des Spielmannzuges im April. Schließlich können noch so viele rote Autos in der Halle stehen - ohne motivierte Menschen, die sie bedienen, und deren Familien, die sie im Hintergrund unterstützen, kann kein Feuer gelöscht und kein Eingeklemmter aus seinem Auto befreit werden.

Feuerwehr Notzingen bekommt neues Löschfahrzeug, Fahrzeugübergabe,
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