Kirchheimer Umland

Mitmachen erwünscht

Treffpunkt „wirRauner“ mausert sich zum Dreh- und Angelpunkt im Stadtteil

Ein bisschen Unsicherheit schwang mit, als sich im vergangenen Sommer die Türen zum Treffpunkt „wirRauner“ das erste Mal öffneten. Wird es gelingen, die Menschen ins Boot zu holen und im Quartier ein neues Wir-Gefühl zu schaffen? Wer nun das Quartiersprojekt besucht, wird positiv überrascht sein.

Hier kommt keine Langeweile auf: Im Rauner findet jeder Gleichgesinnte für gemeinsame Hobbys.Foto: bd
Hier kommt keine Langeweile auf: Im Rauner findet jeder Gleichgesinnte für gemeinsame Hobbys.Foto: bd

Kirchheim. Dienstag kurz vor 12 Uhr: Im Gemeinschaftsraum des Treffpunktes an der Eichendorffstraße klappert Geschirr und es duftet appetitlich. Schon stehen die Ersten in der Tür. Der offene Mittagstisch ist nur eines von vielen Angeboten, das sich in den zehn Monaten, die das Quartiersprojekt nun läuft, bestens etabliert hat. Nicht nur bei den Senioren im Viertel. „Oft kommen Leute, die hier im Rauner arbeiten, aber auch junge Familien mit Kindern“, sagt Barbara Decker, die Quartiersmanagerin.

Mittwochs gibt es im Nachbarschafts-Café nette Begegnungen zu Kaffee und Kuchen, dienstags wird in lustiger Runde gestrickt und gehäkelt. Mal zu Farbe und Pinsel greifen und drauflosmalen? Im neuen Mal-Atelier braucht niemand Hemmungen zu haben. Die schönen Bilder, die dabei oft auch in Gemeinschaftsarbeit entstehen, schmücken schon die Räume des Treffs. Der Stammtisch, der sich jeden letzten Donnerstag im Monat trifft und ein eigenes Programm mit Eventabenden und Vorträgen auf die Beine stellt, entwickelte sich schnell zum Selbstläufer. Ebenso wie die Gruppe des B.U.S., die immer mittwochs unterwegs ist, um Körper und Geist in Balance zu halten.

Das bürgerschaftliche Engagement der Menschen aus dem Rauner begeistert die Hauptamtlichen immer wieder. Es sei eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich da über die ersten Wochen und Monate aufgebaut habe, schwärmt die Managerin. „Die Ehrenamtlichen sind da, schauen, bringen sich ein“, berichtet sie. So auch jetzt, da die Vorbereitungen für den ersten Geburtstag des Treffs am 4. Juli in die heiße Phase gehen. Ein Hocketse wird es geben, mit vielen Mitmachaktionen und einem Flohmarkt für Kinder und Jugendliche, so viel verrät sie schon mal.

Doch auch alltags gibt es kaum einen Tag, an dem es in den Räumen Leerlauf gibt. Dafür sorgen auch die vielen Kurse, die von der Volkshochschule oder der Familien-Bildungsstätte im Treff angeboten werden. „Es wird von den Bewohnern des Stadtteiles sehr gut angenommen“, beobachtet die Quartiermanagerin regen Zulauf zu den Kursen aus dem Rauner. Viele sind froh, für ihre wöchentliche Gymnastik nicht mehr in die Stadt zu müssen.

Und immer wieder kommen Menschen aus dem Rauner mit einer Idee in den Treffpunkt. „Manchmal fehlt nur ein Kontakt oder ein kleiner Anstoß, und dann entwickelt sich wieder etwas Neues“, erzählt Decker. Wie das jüngste Kind im Programm von „wirRauner“, das Repair-Café, das Ende März seine Premiere feierte. Die Idee des bürgerschaftlich organisierten Angebots im Treffpunkt trägt. So gut, dass Barbara Decker nun beruhigt in ihre Babypause geht. Ab Mai, sagt sie, wird eine Vertreterin ihre Arbeit aufnehmen. „Aber ich werde in meiner Elternzeit sicher mich hier auch ehrenamtlich engagieren“, verspricht die Quartiersmanagerin. Schließlich ist sie auch eine aus dem Rauner.

Anzeige