Kirchheimer Umland

Modell Besamung

Vor knapp fünf Jahren war es die Schwanzprämie für Wühlmäuse die für Furore sorgte. Nun legt Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher mit dem Besamungskostenzuschuss noch eine Schippe drauf. Dem Landwirtssohn aus Markgröningen sind solche Themen schließlich nicht fremd. Um der Überalterung in seinem Ort entgegenzuwirken, will er nicht nur ein neues Wohngebiet erschließen, sondern kam - inspiriert durch die Haushaltsplaneinbringung - auch auf eine recht kernige, urwüchsige Idee: „Beim Tagesordnungspunkt 3 merkte Bürgermeister Haumacher an, dass die Gemeinde bei Kühen einen Besamungskostenzuschuss zahle. Vielleicht könne man darüber nachdenken (um der Überalterung entgegenzuwirken), einen solchen auch bei Menschen einzuführen“, ist im Mitteilungsblatt der Bodenbachgemeinde hoch offiziell zu lesen.

Während die Lektüre bei den einen schallendes Gelächter auslöst, erntet der Schultes dafür bei anderen pikiertes Kopfschütteln. Auf jeden Fall regt die Äußerung die Fantasie an und wirft Fragen auf: Wird das Trauzimmer im Notzinger Rathaus künftig umgewidmet? Oder wird gar der Farrenstall wieder mit neuem Leben gefüllt?

Auslöser des unkonventionellen Lösungsansatzes des Schultes war übrigens die Anfrage eines Bürgers, der völlig unschuldig bei der Bürgerfragestunde wissen wollte, was die Gemeinde kurz- oder mittelfristig gedenkt, gegen die sinkenden Schülerzahlen zu tun.

Dank der Schwanzprämie schaffte es Sven Haumacher schon einmal ins Fernsehen - vielleicht ist ihm nun ein ähnlicher Erfolg beschieden. Eine zweite Runde Medienpräsenz sei ihm jedenfalls gegönnt.

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