Kirchheimer Umland

Nächste Runde für den Sprinter

Gemeinderat Der Kauf eines Pritschenwagens für den Dettinger Bauhof entpuppt sich komplizierter als gedacht.

Dettingen. In die nächste Runde um ein neues Fahrzeug für den Bauhof ging die Diskussion im Dettinger Gemeinderat. Der Sprinter hat das stolze Baujahr 1997 und immerhin rund 140 000 Kilometer auf dem Buckel. Vor allem das Salz im Winterdienst hat ihm zugesetzt, deshalb zählt er nicht mehr zu den schönsten seiner Art. Die zwangsläufige Folge: Reparatur oder Neukauf.

Mit dem Neukauf tut sich der Gemeinderat jedoch recht schwer. Zwar wurde im Technischen Ausschuss vor geraumer Zeit ein klarer Fahrplan für Ersatzbeschaffungen beschlossen, doch als es für den Sprinter soweit war, hatte der Gemeinderat so seine Zweifel. Der TÜV sollte prüfen, welche Reparaturen notwendig sind, um den Pritschenwagen wieder flott zu machen, damit er durch die Hauptuntersuchung im Herbst kommt. Die Mängelliste kann sich sehen lassen, zwischen 5 000 und 7 000 Euro müssten für ein weiterhin fahrtaugliches Gefährt investiert werden.

„Keiner war willens, über die zwei Jahre TÜV Auskunft zu geben. Der Motor ist weniger das Problem, es sind andere Dinge“, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann. Von einem undichten Lenkgetriebe und durchgerosteten „Radhäusern“ ist in dem Prüfbericht beispielsweise die Rede. Für den Schultes steht deshalb außer Frage: Ein neuer Pritschenwagen mus her.

Daran hatte nun auch der Gemeinderat keinen Zweifel mehr. „Es macht absolut keinen Sinn, Geld reinzustecken, zumal jederzeit wieder was kaputt gehen kann“, brachte es Manfred Diez auf den Punkt. Der gleichen Ansicht war auch Peter Bayer. Allerdings kommt für ihn eventuell auch ein gebrauchter Sprinter in Frage, und auch einen Allradantrieb muss das Gefährt aus seiner Sicht nicht haben. Daraufhin konnte sich Rainer Haußmann ein Grinsen nicht verkneifen. Er erinnerte an einen Fahrer, der auf einer trockenen Dettinger Wiese mit einem ähnlichen Gefährt ohne Allrad stecken geblieben ist: „Wenn hinten ein paar Müllsäcke fehlen, dreht der durch.“

So langsam kam auch Hermann Pölkow in Fahrt. „Wir fragen ab“, sagte er unvermittelt und meinte damit die in Frage kommenden Hersteller des gewünschten Fahrzeugtyps. Er pochte auf eine Alternative zum Dieselantrieb, da diese Technik seiner Ansicht immer weniger zukunftsträchtig ist. „Ein Elektrofahrzeug kostet das Doppelte“, gab Rainer Haußmann zu Bedenken.

Einstimmig war das Gremium der Ansicht, dass ein neuer Sprinter beschafft werden muss. Auch beim Antriebstyp war sich die Mehrheit einig: Diesel. Die Verwaltung wird nun bei drei oder vier Herstellern die Preise sowie die technischen Daten abfragen, damit auf dieser Grundlage der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen die Entscheidung für das Fahrzeug treffen kann. Iris Häfner

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