Kirchheimer Umland

Natürlich darf sie jetzt wieder fließen: die Lauter

Die Umgestaltung des Flussabschnitts an der Kirchheimer Bruckmühle ist abgeschlossen

Natürlich darf sie jetzt wieder fließen: die Lauter
Natürlich darf sie jetzt wieder fließen: die Lauter

Ein lauschiges Plätzchen im Herzen der Stadt ist gestern offiziell der Öffentlichkeit übergeben worden. Zugleich gilt damit die Umgestaltung der Lauter zwischen Schüle- und Max-Eyth-Straße als abgeschlossen.

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Andreas Volz

Kirchheim. Seit vielen Jahren schon hat es sich die Stadt Kirchheim zur Aufgabe gemacht, ihre Wasserläufe zu öffnen, sie naturnaher zu gestalten und erlebbarer zu machen. An kaum einer Stelle aber dürfte die Öffentlichkeit so viel Anteil genommen haben wie auf dem Gelände zwischen Post und Bruckmühle. Die Planungen reichen ins Jahr 2007 zurück. Ursprünglich war vorgesehen, die Bruckmühle abzureißen und den kleinen Park direkt an der Max-Eyth-Straße anzulegen. Gestern nun sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, dass es trotz vielerlei Umplanungen vielleicht doch „ganz gut“ war, die Brückmühle erhalten zu haben. Das lauschige Plätzchen liegt jetzt etwas versteckt zwischen Bruckmühle und Schlachthof-Areal.

Die naturnahe Gestaltung der Flüsse und Bäche liegt der Rathauschefin sehr am Herzen. Ihr gehe sogar richtig das Herz auf, betonte sie, wenn sie die Lauter heute sehe, wie sie sich im neuen Bett durchs Gerberviertel windet. Das ist dann kein Vergleich zu früher, als sich die Oberbürgermeisterin einst auf dem Schulweg täglich fragte, welche Farbe die Lauter heute wohl wieder habe. Ein Fluss diente der Industrie einstmals eben nicht nur als Energielieferant – Stichwort „Bruckmühle“ –, sondern auch zur einfachen Art der Entsorgung.

Inzwischen ist das alles anders: 911 000 Euro seien insgesamt in die Umgestaltung der Lauter an dieser Stelle geflossen. Weit mehr als ein Drittel davon waren Fördergelder. An die Industrie erinnert außer der Bruckmühle noch ein Mühlstein am westlichen Ufer. Und auch das Problem, das sich die Lauter nach der ersten Umlegung ins neue Bett im Sommer eigene Wege gesucht hatte, sei behoben: „Jetzt haben wir hier einen sehr modernen Hochwasserschutz.“

Der SPD-Politiker Peter Hofelich, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, freute sich, dass die Städtebauförderung des Landes zu so gelungenen Projekten beitragen kann, die außer der ökologischen auch eine ökonomische Wirkung haben: Jeder Euro an öffentlichem Zuschuss für Sanierungsgebiete – wie hier im Gebiet Max-Eyth-Straße / Untere Vorstadt – ziehe sechs bis acht Euro an privaten Investitionen nach sich. Zudem schaffe der Platz an der Lauter auch noch Möglichkeiten für Kommunikation und Begegnung. Im Sommer wird es gar noch lauschiger.