Kirchheimer Umland

Neue Leiterin will nicht rundumerneuern

Feierstunde Iris-Patricia Laudacher ist im Alten Gemeindehaus formell in ihr neues Amt als Geschäftsführerin der Kirchheimer Volkshochschule eingesetzt worden. Von Andreas Volz

In bester Laune präsentieren sich Iris-Patricia Laudacher (links), Susanne Ackermann und Stefan Wörner.Foto: Markus Brändli
In bester Laune präsentieren sich Iris-Patricia Laudacher (links), Susanne Ackermann und Stefan Wörner. Foto:Markus Brändli

Jetzt ist es offiziell: Nach zwei Jahren als kommissarische Leiterin der Kirchheimer Volkshochschule hat Dr. Iris-Patricia Laudacher den Chefposten im Spital nun auch etatmäßig übernommen. Um beim Etat zu bleiben: Sie verwaltet damit als Geschäftsführerin ein jährliches Haushaltsvolumen, das zwischen 1,7 und 1,9 Millionen Euro liegt. Diese Zahlen nannte Klaus Buck, der Vorsitzende des Trägervereins, bei der Amtseinsetzung im Alten Gemeindehaus. Die Mitgliederversammlung des Vereins hatte Iris-Patricia Laudacher bereits im April zur neuen Leiterin gewählt - und damit zur Nachfolgerin von Susanne Voigt, die im September 2016 aus dem Amt ausgeschieden war.

Iris-Patricia Laudacher gehörte zu einer großen Schar kompetenter Bewerber, unter denen sie sich schließlich durchgesetzt hat. Als hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin und Fachbereichsleiterin kennt sie die Kirchheimer Volkshochschule schon seit 23 Jahren. Seit 2007 war sie bereits die stellvertretende Leiterin von Kirchheims größter Bildungseinrichtung. Klaus Buck dankte ihr dafür, dass sie in der Interimszeit - gemeinsam mit dem gesamten Team - „alle Herausforderungen in großer Unaufgeregtheit gemeistert hat, und das trotz Stellenunterbesetzung“.

Iris-Patricia Laudacher selbst sprach ebenfalls von großen Herausforderungen und Veränderungen, die Digitalisierung und Datenschutzverordnung mit sich brächten. Dabei wolle sie eigentlich gar nicht so viel verändern: „Eine neue Volkshochschulleitung erkennt man normalerweise an einer neuen Gestaltung des Programmhefts und an der Einführung einer neuen Kursdatenbank. Beides habe ich nicht vor.“

Folgen des Datenschutzes

Die einzige dringend notwendige Änderung betrifft Form und Inhalt der Anmeldekärtchen: aus Datenschutzgründen. Daher sollten die Karten künftig nur noch persönlich abgegeben oder in einem verschlossenen Umschlag verschickt werden. Eine weitere wichtige Änderung - ebenfalls dem Datenschutz geschuldet: „Telefonisch für einen Kurs anmelden, kann sich nur, wer bereits in unserer Kartei geführt wird. Erstanmeldungen dürfen wir nicht mehr am Telefon entgegennehmen.“

Eine weitere Änderung gebe der Bildungsmarkt als solcher vor: „Der letzte Schrei ist der ,flipped classroom‘, das umgedrehte Klassenzimmer.“ Nicht mehr der Dozent stehe im Mittelpunkt des Unterrichts, sondern der Teilnehmer. Die wesentlichen Inhalte, die die Dozenten zu vermitteln haben, könnten künftig über ein Video abzurufen sein. Die Teilnehmer können sich dieses Video jederzeit mehrfach anschauen. Sich selbst zu filmen, sei für viele Dozenten eine ganz neue Herausforderung, stellte Iris-Patricia Laudacher fest und verwies augenzwinkernd auf das passende Kursangebot der vhs: „Vielleicht brauchen wir deswegen schon bald mehr Kursangebote zur Farb- und Stilberatung. Unsere Kosmetikkurse könnten also auch beruflich interessant werden.“

Gerade in der beruflichen Bildung arbeitet Kirchheim schon seit vielen Jahren eng mit den benachbarten Volkshochschulen aus Nürtingen, Esslingen und Göppingen zusammen. Susanne Ackermann, die Leiterin der vhs Nürtingen, verwies auf den intensiven und fruchtbaren Austausch zwischen Kirchheim und Nürtingen - auf allen Ebenen. Sie lobte die „große Professionalität des gesamten Kirchheimer vhs-Teams“ und zeigte sich zuversichtlich, dass sich die gute Zusammenarbeit auf der Leitungsebene unter Iris-Patricia Laudacher nahtlos fortsetze.

Den Zusammenhalt im Kirchheimer Team lobte auch Eva Vogelmann - aus der Innensicht: „Bei uns herrscht eine große Kollegialität. Ich hoffe, wünsche und gehe davon aus, dass sich daran auch nichts ändern wird.“

Kirchheims Finanzbürgermeister Stefan Wörner betonte die Bedeutung der Bildung, die im Kirchheimer Haushalt einen der größten Ausgabenblöcke darstelle: „Die Volkshochschule ist für Kultur und Bildung eine tragende Säule in der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie leistet einen wichtigen Beitrag für die soziale und kulturelle Entwicklung der Stadt.“

Wie breit gefächert der Anteil der Kirchheimer Volkshochschule an der städtischen Kultur ist, zeigten diverse Beiträge zum Programm: das kammermusikalische Ensemble des vhs-Orchesters ebenso wie Bernhard Moosbauer mit einem Violinsolo oder auch die Tanzgruppe der Volkshochschule, die unter der Leitung von Georgios Ballios griechische Tänze darbot - und sogar erfolgreich zum Mittanzen einlud.

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