Kirchheimer Umland

ÖDP ruft in Sachen Hungerberg zur Suche nach Alternativen auf

Infrastruktur Regionalräte attestieren dem Gewerbegebiet Hungerberg eine „verfehlte Planung“.

Die mögliche Bebauung des Hungerbergs ist und bleibt umstritten. Foto: pr
Die mögliche Bebauung des Hungerbergs ist und bleibt umstritten. Foto: pr

Dettingen. Die ÖDP hat sich im Zuge der Debatte um das geplante Gewerbegebiet Hungerberg nun selbst ein Bild von der Situation gemacht. In einer Mitteilung betonen die ÖDP-Regionalräte Mathias Rady und Guido Klamt, dass nach dem Beschluss des Europaparlamentes Gewerbeschwerpunkte und -gebiete möglichst auf Brachflächen oder auf bereits vorgeschädigten Flächen entstehen. Dies sei bei den geplanten regionalen Gewerbeschwerpunkten am Hungerberg in Dettingen, an der A 8 am Aichelberg und in Mundelsheim nicht der Fall. Deshalb appellieren die ÖDP-Regionalräte an die Regionalfraktionen, die Suche nach Alternativen und Kompromissen zu starten.

Bei einem Vor-Ort-Termin in Dettingen habe sich den ÖDP-Politikern das Bild einer verfehlten Planung ergeben. Sie verweisen auf ein bereits ausgewiesenes, rund 20 Hektar großes Gewerbegebiet nödlich der Autobahn. Der aufgeführte Nachteil der Zufahrt durch ein Wohngebiet könne vermieden werden, indem die bereits bestehende und für den Hungerberg geplante Zufahrtsstraße benutzt und die Brücke über die Autobahn weiter östlich genutzt werde, so Rady: „Uns ist bewusst, dass die Ausschreibung der Verwaltung für einen Vorhaltestandort hinsichtlich eines 24-Stunden-Betriebs und Emissionen dieses Gebiet eigentlich nicht zulassen. Vielleicht hätte man auch Abstriche bei den Voraussetzungen für einen Vorhaltestandort machen müssen.“

Rady bringt zudem die rund 20 Hektar große Baustelle für den Ausbau der Schnellbahn nach Ulm ins Spiel. „Da stellt sich die Frage, warum ein 42 Hektar großes Gebiet unberührter Ackerfläche ausgewiesen wird, wenn direkt im gleichen Gebiet bereits ausge­wiesene und geschädigte Flächen vorliegen“, so Mathias Rady. Die ÖDP sehe hier die Möglichkeit, einen Kompromiss zwischen Zukunftstechnologie und Ökologie zu erzielen. Problematisch ­sehen die ÖDP-Regionalräte auch die Bestrebungen für weitere Gewerbe­schwerpunkte in Aichelberg an der A 8. Es habe den Anschein, dass nicht primär der Verbrauch von so wenig freier Fläche wie möglich im Fokus stehe, sondern eher eine möglichst einfache bauliche Umsetzung, so Guido Klamt. Die ÖDP sieht nach eigener Aussage hier noch Gesprächsbedarf. pm

Anzeige