Kirchheimer Umland

Offiziell über den Glauben reden

Schule Junge evangelische Lehrer erhalten in einem Vokations-Gottesdienst den Auftrag der Kirche, Religion zu unterrichten. In der Zeremonie erzählen sie, was sie antreibt. Von Ulrike Rapp-Hirrlinger

Diese 14 Lehrer haben nun den Auftrag der evangelischen Kirche, Religion zu unterrichten. Darüber freuen sich die Schuldekane Do
Diese 14 Lehrer haben nun den Auftrag der evangelischen Kirche, Religion zu unterrichten. Darüber freuen sich die Schuldekane Dorothee Moser (links) und Heiner Köble (hinten rechts). Durch den Gottesdienst führte Pfarrerin Gudrun Bertsch (rechts). Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

In einem feierlichen Gottesdienst haben 14 evangelische Religionslehrer in der Denkendorfer Klosterkirche ihre kirchliche Beauftragung für den Unterricht erhalten. Die beiden Schuldekane Dorothee Moser, zuständig für die Bezirke Kirchheim und Nürtingen, und Heiner Köble, zuständig für Esslingen und Bernhausen, überreichten ihnen nach der formellen Verpflichtung und Segnung ihre Vokationsurkunden.

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Die „Vocatio“ ist die kirchliche Bevollmächtigung der beim Staat angestellten Lehrkräfte. Mit der Vokationsverpflichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg erhalten die Lehrkräfte einen Verkündigungsauftrag. Es sind vor allem diese staatlichen Pädagogen, die neben Pfarrern und Religionspädagogen an Schulen das Fach Religion unterrichten.

„Sie sind ein großer Schatz“, wandte sich Moser an die jungen Lehrkräfte und betonte, dass die Religionslehrer oft die ersten und manchmal auch die einzigen Personen seien, mit denen Kinder und Jugendliche über religiöse und ethische Fragen reden könnten. Deshalb sei der Religionsunterricht eine wichtige Bildungsaufgabe.

Die Liebe Christi leben

Pfarrerin Gudrun Bertsch sprach in ihrer Predigt über das Wort Jesu „Nicht Ihr habt mich ausgewählt, sondern ich habe Euch ausgewählt. Ich habe Euch dazu bestimmt, dass Ihr hinausgeht und reiche Frucht tragt.“ An die jungen Vokanten gewandt, sagte sie: „Sie sind ausgewählt, die Liebe Christi zu leben und weiterzugeben.“ Zugleich sei es ihre Aufgabe, jungen Menschen Lust zu machen, eine differenzierte Meinung zu entwickeln und Standpunkte einzunehmen. Es gelte eine Sprache zu finden, um mit jungen Menschen über den Glauben zu reden. Man müsse aber auch in Kauf nehmen, dass die Frucht vielleicht erst später aufgehe. Doch in Gesprächen mit den jungen Pädagogen hat Bertsch erfahren, wie sehr diese sich für die Religion begeistern und es genießen, sich immer neu mit theologischen Fragen zu beschäftigen.

Was motiviert Religionslehrer?

Was die jungen Frauen und Männer motiviert, neben anderen Fächern auch Religion zu unterrichten, und was sie sich vorgenommen haben, berichteten diese selbst in ihrer kurzen persönlichen Vorstellung vor der Gottesdienstgemeinde: Jungen Menschen Orientierung fürs Leben zu geben und religiöse Werte zu vermitteln, über Lebens- und Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen und der Frage nach dem Sinn des Lebens nachzugehen, ein vertrauensvolles Miteinander zu schaffen und auch voneinander zu lernen - das sind nur einige ihrer Ziele.

Die Vocatio erhielten: Aline Bauditsch, Simone Fuchs, Michael Herrmann, Melanie Istvanovic, David Jäkel, Friedemann Krauß, Christina Krauter, Christina Reinert, Janna Riek, Linda Sauer, Pia Beate Schmidt, Janett Schmidt-Währisch, Christina Tonnier und Daniel Trick. Sie unterrichten an Schulen in Esslingen, Plochingen, Wernau, Wendlingen, Dettingen, Neckartenzlingen, Oberlenningen und Owen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kilian Haiber, Musiker in Kirchheim.