Kirchheimer Umland

Ohne Griff in den Sparstrumpf geht es nicht

Finanzen Große Investitionen mit großen Summen stehen im Haushaltsplanentwurf der Gemeinde Schlierbach.

TB-Symbolbild

Schlierbach. Für gewöhnlich sind die Beratungen für den Haushaltsplan in Schlierbach immer für den Dezember angesetzt. Dass es nun bis weit ins bereits laufende Haushaltsjahr gedauert hat, führt Bürgermeister Paul Schmid auf die aufwendige Umstellung von der Kameralistik auf die doppische Buchführung zurück. „Trotz drei Jahren Vorlaufzeit ist das sehr zeitintensiv“, sagt der Rathauschef. Noch fehlt der Gemeinde die sogenannte Eröffnungsbilanz, die alle Werte der Gemeinde auflistet. Diese soll aber bis Juni ebenfalls vorliegen.

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Geprägt ist der Haushaltsplanentwurf von großen Investitionen. „Wir setzen verstärkt auf Investitionen in den Bestand, um die zukünftige Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu erhalten“, erläutert Paul Schmid. Dazu gehören der Erhalt der Gebäude und der Infrastruktur, wofür rund 600 000 Euro eingeplant sind. Etwa 1,4 Millionen Euro möchte die Gemeinde in den Erwerb von acht Wohnungen in dem Neubauprojekt in der Hattenhofer Straße investieren. Die Fortsetzung der Schulsanierung wird im laufenden Jahr mit knapp über 2 Millionen Euro zu Buche schlagen, für die Erweiterung des Gebrüder-Weiler-Kindergartens sind 400 000 Euro eingeplant.

Da sich aller Voraussicht nach auch die Gewerbesteuereinnahmen unterdurchschnittlich entwickeln werden - statt wie geplant etwa 1,8 Millionen sieht es derzeit nach lediglich 1,6 Millionen Euro aus - wird die Gemeinde kräftig in den Sparstrumpf greifen müssen, um ihre Investitionsvorhaben stemmen zu können. Dazu kommt, dass die Personalausgaben der Gemeinde stark angestiegen sind. Etwa 2,5 Millionen Euro kosten die Gemeindeangestellten in diesem Jahr. „Das liegt vor allem daran, dass wir im Erziehungsbereich Personal aufgestockt haben“, so Bürgermeister Paul Schmid.

Ein Blick auf Ergebnis- und Finanzhaushalt der Gemeinde verdeutlicht den finanziellen Kraftakt des laufenden Jahres. Während im Ergebnishaushalt, der die ordentlichen Erträge und Aufwendungen der Gemeinde bilanziert, ein kleines Plus von 23 000 Euro verbleibt, sieht die Lage im Finanzhaushalt, der die Finanzströme der Gemeinde abbildet, ganz anders aus, wie Kämmerer Steffen Mayer im Ratsrund erläuterte. An Einzahlungen stehen hier 9,761 Millionen Euro auf der Haben-Seite, an Auszahlungen hingegen 12,752 Millionen Euro. Unterm Strich verbleibt also ein Minus von knapp über 3 Millionen Euro, die die Gemeinde aus ihren Rücklagen entnehmen muss, um einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können.

Immerhin: „Wir werden ohne Schulden auskommen“, sagt Steffen Mayer. Denn noch ist das Sparbuch der Gemeinde gut gefüllt und am Jahresende wird die Gemeinde nach derzeitiger Planung immer noch rund 2,1 Millionen Euro in ihrer Rücklage haben. Und für die kommenden Jahre wagt Steffen Mayer eine vorsichtig positive Prognose: „Bis 2020 werden unsere Rücklagen wieder auf rund 4,4 Millionen Euro ansteigen.“

Dennoch mahnt Bürgermeister Schmid weiterhin eine Fahrt auf Sicht an. „Fehler macht man in guten Zeiten, in schlechten Zeiten kann man nur noch reagieren“, plädiert er für Ausgabendisziplin. In der kommenden Gemeinderatssitzung soll der Haushalt dann beraten und auch verabschiedet werden.Volkmar Schreier