Kirchheimer Umland

Partnerschaft soll Wurzeln schlagen

Aktion Ein Komitee aus Frankreich, Serbien, Ungarn und Deutschland hat im Hain der Kulturen in Kirchheim einen „Europabaum“ gepflanzt. Von Andrea Barner

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und ihre drei Bürgermeister-Kollegen aus Rambouillet, Kalocsa und Backi P
Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und ihre drei Bürgermeister-Kollegen aus Rambouillet, Kalocsa und Backi Petrovac haben eine junge Blutbuche gesetzt.Foto: Andrea Barner

Im Kirchheimer „Hain der Kulturen“ steht jetzt ein „Europabaum“. Anlässlich des Partnerschaftswochenendes pflanzten Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und ihre drei Bürgermeister-Kollegen aus Rambouillet, Kalocsa und Bački Petrovac eine junge Blutbuche. Sie wurde ausgewählt, weil die Buche zu den sogenannten „Herzwurzlern“ gehört, das heißt sie wurzelt bis tief in die Erde, breitet aber auch ihr weitverzweigtes Wurzelwerk in der Fläche aus. Natürlich ist sie noch klein, etwa vier bis fünf Meter hoch, sie kann aber 40 Meter hoch wachsen und eine wunderschöne üppige Krone bekommen. Das rote Laub macht sie zu etwas Besonderem, man könnte „Herzblut“ hineindeuten.

Anzeige

„Europa wächst nicht aus Verträgen“ zitierte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin den ehemaligen Außenminister Klaus Kinkel, „es wächst aus den Herzen seiner Bürger oder gar nicht.“ Das Bäumchen steht also gewissermaßen für Wachstum, Stabilität und eine Herzensangelegenheit, ganz wie die Städtepartnerschaften, die vergangenes Wochenende gefeiert und bekräftigt wurden. Die Blutbuche, eine enge Verwandte der Rotbuche, ist außerdem eine Baumart, die in ganz Europa verbreitet ist.

Bei der Pflanzaktion vergangenen Samstag herrschte in Kirchheim „Kaiserwetter“: blauer Himmel, kein Wölkchen in Sicht, angenehm warme Temperaturen. Auf dem Rasen standen verteilt Partytische, im Schatten ein gefälliger Pavillon mit kühlen Getränken und Häppchen.

Die Gäste aus Frankreich, Ungarn und Serbien genossen das kleine Picknick in den ehemaligen „Herrschaftsgärten“ genau wie ihre Kirchheimer Gastfamilien. Einzeln und in Grüppchen schlenderten sie vom Schloss her kommend übers Lauterbrückle in den Bürgerpark. Sie unterhielten sich kunterbunt in insgesamt fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Ungarisch und Serbisch. Wenn Sprachkenntnisse versagten, mussten Hände und Füße herhalten.

Und Musik ist sowieso international. Deshalb stellte sich der ungarische Kammerchor aus Kalocsa mitten auf die grüne Wiese und sang spontan ein paar beschwingte Lieder. Die Stadtoberhäupter Marc Robert, Dr. József Bálint und Srdan Simić folgten der Kirchheimer Rathauschefin beim kurzen Spaziergang durch den Bürgerpark, bevor alle vier die Ärmel hochkrempelten und noch selber letzte Hand anlegten beim zuvor schon leicht verankerten Baum.

Damit auch jeder weiß, was es mit der Blutbuche auf sich hat, steht in unmittelbarer Nähe dazu ein wetterfestes Schild mit dem Motto des Partnerschaftstreffens: „Wir leben Europa“.