Kirchheimer Umland

Perfekte Erfrischung an heißen Tagen

Tag der Wassermelone: Das kugelige Kürbisgewächs hat heute seinen Ehrentag

Es ist Sommer, es ist heiß. Bei Hitze lässt der Appetit zu wünschen übrig – leichte Kost ist angesagt. Die perfekte Erfrischung heißt Wassermelone. Dieses kugelige Kürbisgewächs hat heute seinen Ehrentag: den Tag der Wassermelone.

Schnell zugreifen: Wassermelonen sind eine beliebte Sommererfrischung. Foto: Monika Riemer

Kirchheim. Auf dem Kirchheimer Wochenmarkt sieht man sie schon von weitem: die Wassermelonen. Es gibt sie als ganze Frucht, kugelrund oder oval, mit dunkelgrüner oder grün-gescheckter Schale. Meist liegt ein aufgeschnittenes Stück dabei. Da leuchtet knallrotes Fruchtfleisch mit kleinen schwarzen Kernen. Typisch Wassermelone. Genauso ist sie offenbar auch als Motiv sehr beliebt. Findet man es doch auf Kinder­shirts, auf Tischwäsche oder sogar als Muster auf Fingernägeln.

Ob die Wassermelone wegen der frischen Farben oder der erfrischenden Wirkung Sinnbild für heiße Sommertage ist, sei dahin gestellt. Zumindest löscht sie den Durst. Denn wer in die rote Frucht beißt, isst vor allem eines: Wasser. Über 90 Prozent des Fruchtfleisches bestehen daraus. Der Rest sind Fruchtfasern, Mineralstoffe und Vitamine. Nicht mal 40 Kalorien pro 100 Gramm Wassermelone schlagen dabei zu Buche. Da kann man sich also völlig entspannt und ohne schlechtes Gewissen den Bauch voll schlagen.

Der Tag der Wassermelone ist eine Idee aus den Vereinigten Staaten. Die Wassermelone selbst hat ihren Ursprung dagegen in den Tropen Afrikas. Dennoch kommt sie mit Trockenheit gut klar, was sie in afrikanischen Trockengebieten zu einer wichtigen Wasserquelle für die Menschen dort macht. Weltweit wachsen in China mit Abstand die meisten Wassermelonen, dann kommen der Iran und fast gleichauf die Türkei. Gökhan Sehan vom türkischen Lebensmittelmarkt „Hakverdi“ in der Eichendorffstraße berichtet: „Die Wassermelonen wachsen dort auf dem Feld. So wie Kürbisse.“ Die riesigen Melonen, auf der Palette vor seinem Geschäft, sind allerdings auf griechischen Äckern gediehen.

Und was macht die Europäische Union mit der Wassermelone? Kaum überraschend, ersinnen ihre Beamten eine Wassermelonenverordnung! Die sollte sicher stellen, dass Früchte „unzureichender Qualität vom Markt fernzuhalten“ sind. Dass die Verordnung vor sechs Jahren ersatzlos gestrichen wurde, geschah im besten Fall um den Verordnungsdschungel zu durchforsten. Denn mal ehrlich, wer kauft schon eine schrumpelige, matschige, achteckige oder karierte Wassermelone oder eine von der Größe eines Kleinwagens?

Angeblich soll eine reife Wassermelone dumpf und hohl klingen, wenn man mit dem Fingerknöchel gegen die Schale klopft. Werner Bäder, der den Biostand auf dem Kirchheimer Wochenmarkt betreibt, glaubt nicht „dass man durch Klopfen heraus bekommen kann, wie eine Wassermelone schmeckt.“ Ob die Melone gut ist, erkennt man seiner Ansicht nach erst, nachdem man sie aufgeschnitten hat. „Dagegen riecht man bei den kleineren Galia- oder Honigmelonen, wenn sie reif sind,“ weiß Bäder. Seine Bio-Wassermelonen stammen übrigens aus Italien und Spanien.

Ansonsten sind wasserhaltige Lebensmittel und das bei Hitze sowieso, anfällig für Schimmel und Fäulnis. Deshalb macht es Sinn, angeschnittene Melonen schnell zu verzehren und die Reste maximal drei Tage im Kühlschrank zu lagern. Unangeschnitten fühlen sie sich an einem kühlen Ort, im Keller oder Kühlschrank bis zu drei Wochen wohl. Wassermelonen reifen nicht nach.

Ein Wassermelonenverkäufer, dessen Ruf während der 1940er Jahre durch die Chicagoer Straßen scholl, inspirierte den Jazzmusiker Herbie Hancock zu seinem bekannten „Watermelon Man“. Heutzutage und hierzulande gibt es Wassermelonen nicht beim fliegenden Händler, sondern auf dem Wochenmarkt, bei Obst- und Gemüsehändlern und in Lebensmittelmärkten. Zwischen 60 Cent und 1,50 Euro kostet das Kilo. Außer den bekannten rotfleischigen Sorten gibt es kernlose und solche mit gelbem Fruchtfleisch.

Was kann man noch mit Wassermelonen anstellen? „Einen Rübengeist schnitzen,“ sagt Bäder augenzwinkernd. Ganz falsch liegt er damit nicht. Im Internet kursieren zahlreiche Kunstwerke aus geschnitzten Wassermelonen. Die einfachste Art ist es, eine Melone auszuhöhlen und das entstandene Gefäß mit Obstsalat zu füllen. Und warum nicht auch einmal die pikante Variante ausprobieren: ein frischer Melonensalat mit Feta-Käse und Oliven. Die Wassermelone ist also die ideale und schmackhafte Begleiterin der nächsten Hitzewelle.

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