Kirchheimer Umland

Platz für Asylbewerber

Gemeinde Notzingen nimmt im Juli zehn Flüchtlinge auf

Noch in diesem Monat werden auch in Notzingen Asylbewerber einziehen. Die Gemeinde hat ein Haus in der Kirchheimer Straße gekauft, in dem zehn Menschen unterkommen.

Antje Dörr

Notzingen. Bisher leben keine Asylbewerber in der Gemeinde. Der Landkreis Esslingen, der für die Unterbringung zuständig ist, sucht bekanntlich händeringend nach Häusern und Grundstücken. „Das Landratsamt hat angekündigt, dass wir im Jahr 2015 27 Personen im Asylverfahren aufnehmen müssen“, sagt Sven Haumacher. Diese Zahl ergebe sich aus der Quote, mit der der Landkreis die Flüchtlinge auf seine Kommunen verteile. „Das Landratsamt zu unterstützen, ist für uns auch ein Akt der Solidarität“, so der Bürgermeister.

Außerdem soll Notzingen im laufenden Jahr Plätze für zwölf Personen schaffen, die im Rahmen der sogenannten Anschlussunterbringung ein Dach über dem Kopf brauchen. Das sind Flüchtlinge, deren Asylverfahren abgeschlossen sind oder die schon zwei Jahre in einer Erstaufnahmeeinrichtung gelebt haben und diese deshalb verlassen müssen. Anders als für die Erstaufnahme sind für die Anschlussunterbringung die Kommunen zuständig.

Sven Haumacher steht schon seit geraumer Zeit im Austausch mit dem Landratsamt. Mehrere Aufrufe im Mitteilungsblatt, dass die Gemeinde Häuser oder Grundstücke sucht, waren erfolglos geblieben. Nun ist ein Anfang gemacht. „Wir haben vor Kurzem ein Haus in der Kirchheimer Straße gekauft, das wir an den Landkreis vermieten. Dort können ab Mitte oder Ende Juli zehn Asylbewerber einziehen“, sagt Haumacher. Die Arbeiter-Wohlfahrt (AWO) übernimmt die Sozialbetreuung. Bürger haben signalisiert, dass sie einen Arbeitskreis Asyl gründen wollen. „Wenn es nach der Verwaltung und den meisten Gemeinderäten ginge, würden wir die Menschen möglichst dezentral unterbringen, nicht alle an einem Ort“, sagt Sven Haumacher im Blick auf die weitere Suche.

Infoveranstaltung

Am Mittwoch, 15. Juli, um 19.30 Uhr informieren Landratsamt und Verwaltung in der Gemeindehalle über die Aufnahme der Asylbewerber.

Anzeige