Kirchheimer Umland

Quartett erhellt die Aussegnungshalle

Konzert Das „Peñalosa-Ensemble“ entführte mit A-cappella-Gesang die Gäste in verschiedenste Epochen.

Vier Stimmen verleihen der Aussegnungshalle einen neuen Glanz.
Vier Stimmen verleihen der Aussegnungshalle einen neuen Glanz. Foto: Sabine Ackermann

Kirchheim. „Abendlich schon rauscht der Wald aus den tiefen Gründen. . .“ Joseph Freiherr von Eichendorff verfasste das Gedicht, das die Komponistin der Romantik, Fanny Hensel, vertonte. Die ältere Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy ist wie ihr Bruder nur ein Beispiel aus der Schmiede berühmter Komponisten, die der Lyrik eine klangvolle Note verliehen.

Bei der Auftaktveranstaltung der VHS Schlierbach in der Aussegnungshalle sang das „Peñalosa-Ensemble“ verschiedene Werke von Melchior Vulpius, Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms oder von Sebastian Mory. In ihrem Programm: „Der Tag hat sich geneiget“ durchschreitet das Quartett sechs Jahrhunderte und sieben Epochen der Musik und lässt so die die Ängste und Wünsche jener Zeiten erklingen. Und das gelingt dem 1996 gegründeten Vokal-Ensemble aus dem Großraum Stuttgart, das sich nach Francisco de Peñalosa nennt, auf höchstem Niveau. Sebastian Mory (Tenor), Susan Eitrich (Sopran), Mareike Weiffenbach (Alt) und Dietrich Wrase (Bass) entführte das Publikum in „eine Zeit der Ruhe“. Dunkelheit und Nacht galten über viele Jahrhunderte hinweg als beängstigend und bedrohlich, die Zeit der untergehenden Sonne stand symbolisch für den Niedergang des Lebens, für den Tod selbst - was für eine bewegende poetische Reise in die Vergangenheit.

Sabine Deuschles Mut, das außergewöhnliche Konzert an einem eben solchen Ort wie den der Aussegnungshalle Schlierbach zu präsentieren, wurde insbesondere mit einer einmaligen Akustik belohnt. Die Leiterin der Volkshochschule bekam jede Menge Zuspruch von den knapp hundert Besuchern. Morbide? Im Gegenteil, der Raum lädt zur Stille und zur Andacht ein. Keine störenden Geräusche von knackenden Sitzbänken oder Fußstützen, die oftmals in einer Kirche zu hören sind: ein würdevoller Platz, in dem man von Anfang bis zum Schluss „in-sich-gehen“ konnte. Sabine Ackermann

Anzeige