Kirchheimer Umland

Rat pocht auf klare Regeln für den Hirsch

Sanierung Maximal 150 000 Euro stehen als Fördersumme für das Notzinger Arche-Gebäude zur Debatte. Der Gemeinderat will genau festlegen, wofür die Summe ausgegeben wird. Von Katja Eisenhardt

Unter die Lupe genommen haben Notzinger Räte jetzt das Hirsch-Gebäude im Ortskern, das saniert werden soll.Archiv-Foto: Jacques
Unter die Lupe genommen haben Notzinger Räte jetzt das Hirsch-Gebäude im Ortskern, das saniert werden soll.Archiv-Foto: Jacques

Für das Gebäude des ehemaligen Gasthauses Hirsch im Zentrum von Notzingen gibt es ein neues Nutzungskonzept. Es sieht die Wiederbelebung des Hirschsaals im Obergeschoss vor für private Feierlichkeiten oder Veranstaltungen mit oder ohne Catering. Im Erdgeschoss und Garten zum Backhaus hin soll ein sozialer Café-Mittagessen-Catering-Betrieb entstehen. Einen Interessenten für den Betrieb gibt es bereits. Dazu kommen die Förderprogramme der „Arche“, die am Morgen im Obergeschoss stattfinden sollen. Seit 2008 ist das Haus bereits im Besitz des Vereins „Arche“ für therapeutische Wohngemeinschaften.

In den Dachgeschossen wurden nach kostenintensiver Renovierung bereits zwei Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. 16 Personen leben dort aktuell. Die Räume sind an die Stiftung Tragwerk vermietet, die Mitarbeiter kümmern sich vor Ort um die Jugendlichen.

Die Arche hofft im Zuge des Landessanierungsprogramms bei der Umsetzung des Konzepts auf finanzielle Hilfestellung seitens der Gemeinde. Die Bitte: ein „Erneuerungszuschuss“ in Höhe von maximal 150 000 Euro. Die Gemeinderäte zeigten sich offen, brauchen aber Bedenkzeit.

Die Mitglieder des Technikausschusses haben das alte Hirsch-Gebäude jetzt noch mal genau unter die Lupe genommen: „Die Bausubstanz haben wir erheblich besser vorgefunden, als vermutet“, berichteten Herbert Hiller (CDU) und Bürgermeister Sven Haumacher im Gemeinderat. Ihr Credo: Finanzielle Unterstützung ja, allerdings mit einem klaren Fingerzeig, wofür das Geld eingesetzt werden soll. Einigkeit herrscht darüber, dass die 150 000 Euro ausschließlich als Zuschuss für die energetische Sanierung der Außenfassade inklusive Fenster eingesetzt werden dürfen und eine öffentliche Toilette mit separatem Zugang eingebaut werden soll. In das geplante Café sollen die Gelder nicht fließen.

Vera Morlock-Gommel (UKW) hadert besonders mit der hohen Fördersumme und fragt sich: „Was kostet denn so eine Toilettenanlage?“

Das Fazit der Diskussionsrunde: Mehrheitlich hat der Gemeinderat dem Zuschuss von 150 000 Euro für die Außenfassade und die öffentliche Toilettenanlage zugestimmt. Die Verwaltung soll allerdings mit der Stadtentwicklung Stuttgart abklären, ob die öffentliche Toilette überhaupt bezuschussungsfähig ist. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen“, zeigt sich Bürgermeister Sven Haumacher optimistisch gegenüber dem Gesamtvorhaben.

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