Kirchheimer Umland

Roter Teppich für ziemlich beste Freunde

Filmpremiere von Krimi unter Teck, Teil zwei: „Picknick in den Tod“

Publikumsauflauf und viel Beifall für die jugendlichen Filmemacher. Das Stadtkino in Kirchheim rollte den roten Teppich aus für „Picknick in den Tod“, eine weitere spannende Episode aus der Reihe „Krimi unter Teck“.

Roter Teppich für ziemlich beste Freunde
Roter Teppich für ziemlich beste Freunde

Kirchheim. Nicht Mexico-City, Rom oder Marokko wie im neuesten Bond-Film, sondern Kirchheim und Bissingen stehen im Mittelpunkt des spannenden und durchaus mörderischen Streifens. Zwei Mädchen werden während eines Picknicks auf offener Wiese beim Bissinger Loch heimtückisch aus dem Hinterhalt ermordet. Kommissar Heller und sein Team ermitteln wieder: knallharte Recherchen, dramatische Zwischenfälle, eine rasante Jagd durch die Kirchheimer Innenstadt und ein Sondereinsatzkommando in Aktion. Die Spur führt in die Landeshauptstadt, und dann schnappt die Falle zu. Am Ende kann das Team wieder mal in Ruhe Döner essen gehen . . .

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David Simon, der erst 14-jährige Drehbuchautor, hat sich zur Uraufführung seines zweiten Films, wie üblicherweise die Kollegen in Los Angeles, New York oder Babelsberg, in Schale geschmissen. Gar nicht so üblich in diesen Kreisen ist allerdings die Bescheidenheit des jungen Talents: „Ich hab einfach so drauf los geschrieben“, sagt er. Teil eins – „Spur in die Vergangenheit“ – hat er ganz alleine innerhalb von nur zwei Monaten zu Papier gebracht. Bei der Fortsetzung hat er sich seinen guten Freund, Julius Kerschl, ebenfalls 14 Jahre alt, als Co-Autor ins Boot geholt. „Das hat dann immer ein bisschen gedauert, bis wir uns wieder zusammengesetzt haben.“ Zu zweit hat’s aber womöglich noch mehr Spaß gemacht. Ein Jahr Abstand war allerdings bitter nötig, vor allem für Jutta Ziller, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Linde, die nicht nur für Maske und Kostüme zuständig war, sondern auch die Oberaufsicht führte. „Das ist manchmal, wie einen Sack Flöhe hüten“, meinte sie bei der Premierenfeier angesichts von 28 Schauspielern im Alter von 14 und 15 Jahren plus einem Achtjährigen.

Nach den Sommerferien hatten die Kids nicht mehr locker gelassen, sogar einen herzergreifenden Brief geschrieben und solange um eine Fortsetzung des Krimis gebettelt, bis sich Jutta Ziller geschlagen gab. Das Drehbuch war zu diesem Zeitpunkt schon fix und fertig. David, Julius, Cathie, Nele und Aaron – um nur mal die Hauptdarsteller aufzuzählen – waren Feuer und Flamme und konnten den Drehbeginn kaum abwarten.

Chef am Set war eindeutig David Simon: „Also ein Casting haben wir jetzt nicht gemacht, das hab ich einfach so entschieden.“ David verließ sich einfach auf die bewährte Schauspielertruppe vom ersten Teil plus ein paar Neue. Dabei konnte er sich kaum retten vor all denen, die ebenfalls mitwirken wollten. Eine saubere Regiearbeit kann man David und Julius getrost bescheinigen: hervorragende Kameraführung, zum Teil schnelle Schnitte, passende Musik zu den Actionszenen – alle Darsteller waren überzeugend und spielten ihre Rolle nahezu in Perfektion: Die schwer schuftenden Kriminalkommissare an ihren Schreibtischen oder clever im Vernehmungsraum, das furchteinflößende SEK auf Verfolgungsjagd, der hochnäsige Pathologe, oder der arrogante Anstifter eines Auftragsmords.

„Picknick in den Tod“ ist alles andere als eine Wohnzimmerproduktion. Mit Jan Hanicz und Alex Flick (hinter der Kamera, am Ton und an der Postproduktion) waren Profis am Werk. Die beiden betreiben in Kirchheim und Esslingen eigene Medienfirmen. Jan und Alex mit Assistentin Marisa gehörten auch mit zum Team. Nur so konnte es klappen mit der Low-Budget-Produktion, für die etwa 7 000 Euro angefallen sind. „Wir hatten ganz großes Glück, dass der Kreisjugendring noch einmal einen Zuschuss locker gemacht hat“, erzählt Jutta Ziller. Normalerweise wird der Geldhahn dort kein zweites Mal aufgedreht.

In „Picknick in den Tod“, Teil zwei von „Krimi unter Teck“, steckt noch mehr Herzblut. „Ohne das leidenschaftliche Engagement aller Beteiligten wäre das nie gelaufen“, sagt Jutta Ziller und meint damit die Akteure, Techniker, Eltern, aber auch die Kirchheimer Polizei, das Krankenhaus, das Rathaus und all die anderen Leute, die an den unterschiedlichen Drehorten mit viel Freude mitgewirkt haben.

Den Film auf DVD gibt es auf Anfrage beim Mehrgenerationenhaus Linde in Kirchheim.