Kirchheimer Umland

Ruine Reußenstein als Highlight

Auf dem Hauptwanderweg 1 von den Eckhöfen bis zum Breitenstein

Der Albsteig, auch bekannt als Schwäbische Alb Nordrandweg, ist ein echter Klassiker unter den Fernwanderwegen: Er ist der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Alb­vereins. ­Heute geht‘s mit dem Teckboten vom Parkplatz ­Eckhöfe über den Reußenstein, das Randecker Maar bis zum Breitenstein.

Am Wochenende ist der Pfad zur Ruine Reußenstein von Wanderern viel begangen, denen sich ein herrlicher Ausblick bietet. Foto: J
Am Wochenende ist der Pfad zur Ruine Reußenstein von Wanderern viel begangen, denen sich ein herrlicher Ausblick bietet. Foto: Judith Reischl

Neidlingen. Elf Kilometer ist diese Etappe des Albsteiges lang. Start ist der Wanderparkplatz Eckhöfe, erreichbar entweder aus Wiesensteig, oder von Neidlingen kommend auf der L 1200 links ab, am Waldrand.

Der erste Teil der Wanderung führt vom Wanderparkplatz auf einem kleinen Teersträßle Richtung Landstraße. Diese gilt es zu überqueren, der Weg ist etwas weiter rechts und führt über offene Wiesen erst mal leicht bergauf. Vor der ersten Mahd finden sich hier noch Blumenwiesen, wie man sie nur noch aus Bilderbüchern kennt. Keine grüne Einöde, sondern eine fast vergessene Vielfalt. Da der Weg schattenlos ist, empfiehlt sich hier besonders ein Sonnenhut... Hoch am Himmel kreisen Milane, die die warmen Aufwinde des Tages nutzen, um ihr Frühstück zu fangen. Am Reußenstein geht der Weg vor dem Hof rechts in den Wald hinein – wer dem Wanderzeichen folgt, kann ihn nicht verfehlen. Nun wird es schattig, ein erster Aussichtspunkt lädt zum Verweilen ein. Hier reicht der Blick schon auf die andere Talseite, auf der der heutige Abschnitt führen wird.

Doch erst mal geht es weiter zur Ruine Reußenstein. Am Wochenende ist dieser Pfad von Wanderern viel begangen und auch bei Mountainbike-Fahrern sehr beliebt. Der Weg führt am Trauf entlang bis zur Ruine, dann weiter bis zum Wanderparkplatz Bahnhöfle. Ab jetzt verläuft der Albsteig im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Von dort geht es weiter den Berg hinauf – doch Vorsicht: Nicht dem breiten Hauptweg folgen, das Wanderzeichen führt rechts in einen schmalen, weniger begangenen Pfad über. Entlang dem Naturdenkmal „Weiße Wand“ ist nun der Heimen­stein erreicht. Der Felsen bietet einen wunderschönen Blick ins Neidlinger Tal, die darunterliegende Höhle zieht sich 80 Meter quer durch den Fels. Der Sage nach hauste hier der Riese Heim als Wächter über einen Schatz, er soll auch den Reußenstein erbaut haben.

Der Albsteig führt nun weiter am Trauf entlang bis zur Straßenkreuzung bei Randeck. Hier gilt es die Straße zu überqueren und durch die gerade am Wochenende beliebte Ziegelhütte zu wandern, zum Randecker Maar. Hier zeigt sich noch deutlich, wie der vulkanische Krater ausgesehen hat. Eine Schautafel informiert zudem darüber, wie das Leben hier aussah, als das Randecker Maar noch ein See war.

Der Albsteig folgt dem Kraterrand. An der Straße angekommen, wird es ein wenig knifflig: Zuerst sollte man die Straße überqueren und dann führt gleich ein kleines Teersträßle, markiert mit dem Wanderzeichen, bergauf. Über Wiesen und Heide geht es über die Bergkuppe des Auchterts. Dem Albsteig folgend ist nun in der Ferne schon der Breitenstein zu sehen. Es geht nun dem Wanderzeichen folgend über die Heide, am Waldrand entlang bis zum Breitenstein. Dieser Ausblick erstreckt sich bis nach Stuttgart und zum Schurwald, wenn die Wetterlage es zulässt. Endpunkt ist der Wanderparkplatz Breitenstein.

In der nächsten Folge geht es von hier aus weiter über die Ruine Rauber zur Burg Teck, die Strecke umfasst etwa neun Kilometer.

Ruine Reußenstein als Highlight
Ruine Reußenstein als Highlight
Ruine Reußenstein als Highlight
Ruine Reußenstein als Highlight
Ruine Reußenstein als Highlight
Ruine Reußenstein als Highlight

Die Sage vom Riesen Heim

Riesen kommen in vielen Erzählungen, Mythen, Sagen und Märchen vor: Sie sind menschenähnliche, dabei aber besonders große und mächtige Wesen. Oft nehmen sie in der Erzählung die Rolle eines Widerparts ein. So wie der Riese Heim, der gegenüber dem Reußenstein in einer Höhle lebte. Der schwäbische Dichter Wilhelm Hauff schrieb die Sage zum Reußenstein nieder, wie sie in den umliegenden Dörfern erzählt wurde. Inhalt der Sage ist, dass der Riese Heim auf Berg Heimenstein in einer Höhle lebte. Heim hatte viel Gold und er wollte sich, wie die Ritter auf der Alb, auch eine Burg bauen. Der Felsen gegenüber, der Reußenstein, schien ihm gerade recht dazu. Da er selbst ein schlechter Baumeister war, schrie er ins Tal hinab nach Handwerkern. Die Meister und Gesellen, die aus ganz Schwaben anreisten, waren flink an der Arbeit und bauten so, wie er ihnen über das Tal hinüber zuschrie. Endlich war der Bau fertig, und der Riese zog ein und schaute aus dem höchsten Fenster: Entgegen der Zusicherung, dass alles fertig sei, fehlte genau dort noch ein Nagel. Keiner war mutig genug, den Nagel einzuschlagen, denn es war zu hoch. Doch solange die Burg nicht fertig war, wollte Heim den Lohn nicht zahlen. Nun war ein flinker Schlossergeselle dabei, der die Tochter des Meisters liebte – sie durften aber nicht heiraten, weil er arm war. Er fasste sich ein Herz, nahm den Nagel und seinen Hammer, sprach ein frommes Gebet und schickte sich an, zum Fenster hinauszusteigen und den Nagel einzuschlagen. Da erhob sich ein Freudengeschrei und Heim erwachte. Er war beeindruckt von dem jungen Mann, packte ihn beim Genick und hob ihn zum Nagel empor. So wurde die Burg fertig, der Lohn wurde ausgezahlt, der Schlossergeselle bekam seine Braut und der Riese Heim erlaubte den beiden, in die Burg einzuziehen „denn sie ist dein.“jur

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