Kirchheimer Umland

Schauen, stöbern, feilschen und zuschlagen

Kinder- und Jugendflohmarkt steigt am Montag zum Abschluss der „Goldenen Oktobertage“ in Kirchheim

Aussortiertes Spielzeug, zu klein gewordene Kleidung und allerlei Übriges aus dem Haushalt reizt Große und Kleine beim Kirchheim
Aussortiertes Spielzeug, zu klein gewordene Kleidung und allerlei Übriges aus dem Haushalt reizt Große und Kleine beim Kirchheimer Kinder- und Jugendflohmarkt. Archiv-Fotos: Sabine Ackermann

Kirchheim. Geschäftstüchtig drapieren die 13-jährige Aimee und ihre vier Jahre jüngere Schwester Mia eine Handvoll Barbiepuppen, Bücher, Playmobil-Figuren und Schallplatten auf dem Tisch. Doch nicht

alles hat darauf Platz, manches landet in Kartons oder auf kleinen Teppichen oder Plastiktischdecken auf dem Boden. Wie gut, dass es trocken ist. „Wir haben unser Kinderzimmer ausgemistet“, verraten die Mädchen stolz und sind noch am Überlegen, wo und wie was am besten zur Geltung kommt. Soll die Kasse klingeln, ist eine gute Präsentation das A und O beim Flohmarkt. Nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, geistern häufig noch bevor die Händler ihre Stände aufgebaut haben erste Schnäppchenjäger herum.

Ganz egal, ob beim Flohmarkt am Haft- ond Hokafescht, oder am Montag beim Flohmarkt anlässlich der „Goldenen Oktobertage“, das Jagdfieber jeden Sammlers wird befriedigt, und so mancher hat da schon sein heiß begehrtes Lieblingsstück gefunden. Nebenbei ergibt sich dabei noch oft die Gelegenheit, Gleichgesinnte kennenzulernen. Wer freilich nicht nur auf der Käuferseite „zuschlagen“ möchte, kann einmal selbst seine „überflüssigen“ oder gar doppelten Objekte verkaufen, um so an das nötige Kleingeld für neue und lang gesuchte Gegenstände für die eigene Sammlung zu kommen. Außerdem macht es viel Spaß, mal selbst als Händler tätig zu sein, weil sich dadurch oft tolle Kontakte oder Freundschaften mit den Marktbesuchern ergeben haben. Insofern besteht die Klientel beim Kinder- und Jugendflohmarkt im Areal zwischen Marktstraße und Schweinemarkt, der Dreikönig-, Welling-, Sophien-, Turm und Max-Eyth-Straße sowohl hinter als auch vor den Verkaufstischen nicht nur aus Minderjährigen. Gleichfalls mit sichtlichem Vergnügen feilschen und handeln die Erwachsenen, wie zum Beispiel Robert Kramer aus Nabern. Als frischgebackener Pensionär habe er besonders viel Zeit, verrät der 66-Jährige, der mit Ebay und Co. so gar nichts am Hut hat. „Man muss die Ware sehen, fühlen und riechen können“, betont er. Besonders wenn die Sonne lacht und die Temperaturen noch über der 20-Grad-Marke liegen, macht so ein Bummel über einen Freiluft-Flohmarkt großen Spaß. Schauen, stöbern, überlegen, feilschen und dann: Zuschlagen! Da stört es auch nicht sonderlich, wenn es in den engen Gassen recht eng wird. Besucher im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen müssen bisweilen richtig jonglieren, um ohne Blessuren durchzukommen.

Ob im hellen Sonnenlicht oder vorsorglich im Schatten, das Sammelsurium an Bildern, Büchern, Kleidung, Kristallwaren, Märklin-Artikeln, Porzellan, Schmuck, Spielzeug, dem Inhalt von Überraschungs-Eiern und noch vielem mehr lässt so manchen den Geldbeutel zücken.

„Paaapa, komm schnell“, ruft ein Mädchen aufgeregt, während dieser gut dreißig Meter entfernt gerade den Stand aufbaut. Wegen akuter Schwerhörigkeit, muss die Kleine wohl oder übel einen zweiten Versuch starten. „Da hinten ist „My little Pony Baby“, das kostet nur fünf Euro“. Die Antwort ihres vertrauten „Finanzministers“ folgt auf dem Fuß: „Von dem Glomb hosch doch gnuag drhoim“. „Aber nicht in Lila“, nörgelt sie weiter, und dank ihres nachvollziehbaren Arguments, zückt Papa keine Minute später den Geldbeutel. Egal ob nützlich oder unnütz, für die jungen Besucher ist so ein reichhaltiger Flohmarkt schlichtweg das Paradies auf Erden.

Schauen, stöbern, feilschen und zuschlagen
Schauen, stöbern, feilschen und zuschlagen
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