Kirchheimer Umland

Schlecht informiert

So schnell wird auf der Brache an der Ecke Ötlinger Straße/Hochdorfer Straße keine Flüchtlingsunterkunft gebaut. Dafür hat der Notzinger Gemeinderat gesorgt, indem er die Entscheidung aufgrund fehlender Informationen vertagt hat. Sehr zum Ärger des Notzinger Bürgermeisters, der auf eine schnelle Entscheidung drängte. Dahinter steckt vermutlich eine lobenswerte Absicht. Und Pragmatismus. Die Flüchtlinge stehen vor der Tür und müssen untergebracht werden.

Andererseits konnte Sven Haumacher bei den paar Informationen, die er den Gemeinderäten präsentierte, nicht ernsthaft mit einer Entscheidung rechnen. Wie viel würde es die Gemeinde kosten, selbst eine Unterkunft für Flüchtlinge zu bauen, wie von einem Gemeinderat angeregt? Oder die andere Option: Was bedeutet es für die Gemeinde, wenn sie das Grundstück an den Landkreis verpachtet und ihn dort bauen lässt? Gibt Notzingen das Heft des Handelns dann völlig aus der Hand? Verliert es jegliches Mitspracherecht? Ernsthafte Antworten auf alle diese Fragen, für deren Beantwortung ein zehnminütiges Telefonat mit dem Landratsamt gereicht hätte (siehe Infokasten), ist Haumacher den Gemeinderäten schuldig geblieben. „So eine Unterkunft zu bauen, kostet zwei Millionen. Locker vom Hocker“. Na, vielen Dank auch. Auf Basis solcher Aussagen darüber abzustimmen, ob die Gemeinde baut oder verpachtet, wäre grob fahrlässig gewesen. Das Nachsehen haben leider die Flüchtlinge. Der Winter naht, und Tausende brauchen dringend ein Dach über dem Kopf.ANTJE DÖRR

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