Kirchheimer Umland

Schlierbach hat Schule und Straßen im Blick

Haushalt Rund fünf Millionen Euro will die Gemeinde Schlierbach 2018 investieren. Bei einem gefüllten Sparbuch ist das kein Problem. Von Volkmar Schreier

1,2 Millionen Euro soll die Sanierung der Schlierbacher Schule im Jahr 2018 verschlingen. Foto: Carsten Riedl
1,2 Millionen Euro soll die Sanierung der Schlierbacher Schule im Jahr 2018 verschlingen. Foto: Carsten Riedl

Rund fünf Millionen Euro möchte die Gemeinde Schlierbach in diesem Jahr investieren. Das sieht der nun vom Gemeinderat verabschiedete Investitionsplan für das laufende Jahr vor. Die Gemeinde investiert das Geld in Wohnungen, Sanierung und Ausbau der Schule und des Gebrüder-Weiler-Kindergartens und die Sanierung der Dorfwiesenstraße. „Es ist einfach so, dass wir viele Maßnahmen rechtzeitig ausschreiben müssen, damit sie in diesem Jahr noch umgesetzt werden können“, beschreibt Bürgermeister Paul Schmid das Dilemma. Zwar hat die Gemeinde für das Jahr 2018 noch keinen Haushaltsplan aufgestellt, trotzdem müssen die Aufgaben für 2018 angegangen werden. Die Aufstellung und Verabschiedung des Haushalts 2018 hat sich auch durch die Erarbeitung der Eröffnungsbilanz 2016 (siehe Info) verzögert und soll im März abgehandelt werden.

Konkret möchte die Verwaltung für fast zwei Millionen Euro Wohnungen in dem Neubau der Kreisbaugenossenschaft in der Hattenhofer Straße erwerben. Ein beinahe genauso hoher Betrag ist für Baumaßnahmen veranschlagt. Etwa 1,2 Millionen Euro sind für den Fortgang der Schulsanierung vorgesehen und die Erweiterung des Gebrüder-Weiler-Kindergartens wird mit 420 000 Euro veranschlagt. Weitere 260 000 Euro sollen die Dachsanierung sowie der Ausbau des Dachgeschosses des gemeindeeigenen Gebäudes in der Göppinger Straße kosten.

Weitere 830 000 Euro sind für verschiedene Tiefbaumaßnahmen veranschlagt, wovon alleine die Sanierung der Dorfwiesenstraße im Bereich zwischen Kirch- und Seestraße rund 350 000 Euro kosten soll: Hier werden unter anderem Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegt. Auch an der Siemens- und Auchtertstraße muss nach mehreren Wasserrohrbrüchen die Wasserversorgung ertüchtigt werden, wofür die Verwaltung 235 000 Euro eingeplant hat.

Zusammen mit vielen kleineren Maßnahmen summiert sich das Investitionsvolumen für das laufende Jahr auf rund fünf Millionen Euro. „Wir investieren hier in den Bestand und Werterhalt“, macht Bürgermeister Paul Schmid deutlich. Leisten kann sich das die Gemeinde durchaus: Kämmerer Steffen Mayer kalkuliert nach den neuesten Zahlen der Novembersteuerschätzung mit ausreichenden Einnahmen, sodass die Gemeinde nur noch 700 000 Euro aus ihren Rücklagen entnehmen muss, was bei derzeit 5,2 Millionen Euro auf dem Gemeindesparbuch kein Problem ist. Der Gemeinderat verabschiedete das Programm ohne weitere Diskussion einstimmig.

Eröffnungsbilanz: So viel ist die Gemeinde Schlierbach wert

Maßgeblich für den Haushaltsplan ist die Eröffnungsbilanz 2016. Laut dieser beläuft sich das Sachvermögen der Gemeinde Schlierbach auf 37,6 Millionen Euro. Den Löwenanteil des Besitzes der Gemeinde machen Grund und Boden sowie die Gebäude mit rund 20 Millionen Euro sowie das Infrastrukturvermögen wie Straßen und Wege, das Wasser- und Abwassernetz oder die Kläranlage mit fast 16 Millionen Euro aus. Dazu kommt das Finanzvermögen der Gemeinde in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro, also Geld, das die Gemeinde auf der hohen Kante liegen hat. Aufsummiert und gerundet ergibt sich so ein Gesamtvermögen von 42,4 Millionen Euro. „Das ist schon der Wert eines mittelständischen Unternehmens“, ordnet Bürgermeister Paul Schmid ein.

Der Aufwand zur Erstellung der Eröffnungsbilanz war immens, sagt Bürgermeister Paul Schmid: „Wir mussten zunächst den Wert unserer Anlagen genau erfassen.“ Damit war die Gemeindeverwaltung unter der Federführung von Kämmerer Steffen Mayer die letzten Jahre hauptsächlich beschäftigt. Es geht um rund 2 000 Positionen. Sogar die Biomülltüten, die im Rathaus zum Verkauf bereitliegen, sind unter dem Stichpunkt „Vorräte“ in der Eröffnungsbilanz erfasst. Von nun an wird die Arbeit weniger: Die Buchführung kann jetzt einfach fortgeschrieben werden. Gleichzeitig kann sich die Gemeinde nicht auf ihrem Vermögen ausruhen. In der Doppik wird auch der Werteverzehr des Vermögens dargestellt. Diese Abschreibungen müssen wieder erwirtschaftet werden. vs

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