Kirchheimer Umland

Schüler sind mit dem Druck nicht mehr allein

Pädagogik Franziska Rössler ist ab September als Schulsozialarbeiterin in Dettingen und Notzingen unterwegs.

Notzingen. Die Diplom-Sozialpädagogin Franziska Rössler ist ab September an den Grundschulen Notzingen und Dettingen als Schulsozialarbeiterin im Einsatz. Mit zehn Wochenstunden ist sie an zwei Tagen an der Grundschule Notzingen, für drei Tage und insgesamt 20 Wochenstunden an der Dettinger Grundschule. Die in Notzingen lebende Sozialpädagogin arbeitete bereits bei der Stiftung Tragwerk in der Flexiblen Erziehungshilfestelle Plochingen und in einem deutschsprachigen Schülerwohnheim in Chiang Mai in Thailand. Die Schule sei erfreut über das positive Votum des Gemeinderats für die Schulsozialarbeiterstelle, betonte Notzingens Schulleiterin Sybille Spieth in der Gemeinderatssitzung. „Man mag nach außen vielleicht noch den Eindruck haben, dass wir ja nur eine kleine klassische Dorfschule ohne größere Probleme sind, doch Tatsache ist, dass sich die Schule im Ganzen, in ihren Anforderungen gewaltig verändert hat.“

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So gibt es unterschiedliche Familienmodelle, von den Alleinerziehenden über Patchworkfamilien bis hin zum nach wie vor klassischen Modell, bei dem allerdings im Gegensatz zu früher oft beide Elternteile berufstätig sind. In diesem Zusammenhang seien nicht zuletzt die Anforderungen an die Betreuungsangebote gewachsen. Für die Kinder stellen diese Gegebenheiten häufig eine Herausforderung dar. „Dazu kommen die hohen Erwartungen seitens der Gesellschaft und teils der Eltern“, beobachtet die Rektorin, „der Druck auf die Kinder wächst. Die Probleme müssen in der Schule aufgefangen werden.“

Es müssen Strukturen, Regeln und Orientierung gegeben werden. Außerdem müsse man soziale Kompetenzen vermitteln. Die neue Schulsozialarbeiterin könne hier entlasten, gerade auch was die Beratung in Einzelfällen angehe, bei der Schüler, Eltern und Lehrer mit ins Boot geholt werden.

„Man kann unmittelbarer reagieren, bei außerschulischen Beratungsstellen beträgt die Wartezeit nicht selten bis zu einem halben Jahr“, weiß Sybille Spieth. Auch bei Streit kann die Schulsozialarbeiterin künftig unmittelbar eingreifen. „Dafür fehlt im regulären Unterricht einfach die Zeit.“ Geplant seien zudem zusätzliche Angebote während der Kernzeitbetreuung.

Gemeinderätin Vera Morlok-Gommel äußerte Bedenken, ob zehn Wochenstunden da überhaupt ausreichen. Die Rektorin erwiderte: „Das Modell der gesplitteten Stelle funktioniert auch in anderen Gemeinden, mit unseren 25 Prozent kommen wir erstmal gut hin. Für uns bedeutet das eine Entlastung.“Katja Eisenhardt