Kirchheimer Umland

Schule wird technisch aufgerüstet

Ausbildung Der Notzinger Grundschule brennt das Thema Digitalisierung auf den Nägeln.

Symbolbild
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Notzingen. Der erste Lockdown hat gezeigt, dass viele Schulen noch nicht ausreichend für einen digitalen Fernunterricht aufgestellt sind. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bund den „Digitalpakt Schule“ auf den Weg gebracht, der allen Schulträgern Fördermittel für ihre Schulen zuspricht. Voraussetzung für die Förderung ist ein Medienentwicklungsplan (MEP).

Auch die Notzinger Grundschule hat, was ihre digitale Ausstattung angeht, noch viel Luft nach oben, ein MEP ist in Arbeit. Die Gemeinde hat laut Kämmerer Sven Kebache bereits 30 800 Euro aus dem „Digitalpakt Schule“ zugesprochen bekommen. Zusätzlich stehen der Gemeinde Notzingen bereits jetzt 12 252 Euro aus dem Finanzausgleich zur Verfügung. Eine dritte Geldquelle für die digitale Ausstattung ist ein Sofortausstattungsprogramm von Bund und Land, das verbesserte Rahmenbedingungen beim digitalen Fernunterricht zum Ziel hat. Im Fokus stehen hier Notebooks oder Tablets. Gut 9000 Euro gingen aus diesem Topf bereits ein und müssen bis zum Jahresende investiert werden. 15 Tablets inklusive Zubehör werden für die Grundschule angeschafft.

Ob es sinnvoll sei, die Geräte gerade zum jetzigen Zeitpunkt anzuschaffen, bevor ein MEP stehe und die Schule eine digitale Infrastruktur habe, könne man streiten, bestätige Sven Kebache die Einschätzung Alfred Bildlingmaiers von der CDU. Allerdings stünden die Sofortmaßnahmen in keinem Zusammenhang mit dem MEP, und man sei verpflichtet zu handeln. Hauptamtsleiterin Meike Naun beschrieb die 9000 Euro als eine Art „Feuerwehrprinzip“: „Anfang des Jahres gab es durch den plötzlichen Heimunterricht Probleme, jetzt ist man besser vorbereitet und hat mehr Endgeräte zur Verfügung.“ Das sah auch Hans Prell (UKW) so. Schon jetzt müsse der ein oder andere aufgrund eines Corona-Falls in der Familie zuhause bleiben und sei dann vielleicht nicht ausgestattet für den Heimunterricht. Da könne zumindest etwas Abhilfe geschaffen werden mit den neuen Tablets. „15 Stück können aber vermutlich nur ein Anfang sein angesichts der insgesamt fünf Klassen an der Grundschule“, gab Hans Prell zu bedenken.

EDV-Netzwerk wird eingerichtet

Grundsätzlich muss die technische Infrastruktur im Schulgebäude geschaffen werden. In sämtlichen Klassenzimmern fehlt einen Netzwerkanbindung, aber die soll kommen. Die Kostenschätzung liegt bei rund 53 000 Euro. Im November soll es zur detaillierten Planung eine Begehung in der Schule geben. Unterm Strich liegt man mit der Einrichtung eines EDV-Netzwerks und Modernisierungsmaßnahmen bei rund 180 000 Euro, abzüglich der 34 500 Euro an Fördermitteln. Dazu kommen Mittel für den notwendigen Glasfaseranschluss, für den es ebenfalls Fördermittel gibt. Vom Bund flossen bereits 50 000 Euro, der Bescheid vom Land steht noch aus, dürfte sich laut Sven Kebache aber auf gut 40 000 Euro belaufen. Die Kosten für den Glasfaseranschluss liegen bei etwa 120 000 Euro, abzüglich der Fördermittel bleiben der Gemeinde 30 000 Euro. Mehrheitlich sprach sich der Notzinger Gemeinderat für die weitere Planung und Umsetzung aus. Katja Eisenhardt

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