Kirchheimer Umland

„Spätestens um halb zwei brennt die Luft“

DJ-Besuch aus der Großstadt: Heute legen Moritz Esyot und Herr Bauer in der Kirchheimer Milchbar auf

Moritz Esyot nimmt den weiten Weg aus der Hauptstadt Berlin auf sich, um heute in Kirchheim aufzulegen. Was die Stadt besonders macht und wieso man als DJ (Disc jockey) mehr können muss als Platten auflegen, erklärt er im Interview.

„Spätestens um halb zwei brennt die Luft“
„Spätestens um halb zwei brennt die Luft“

Warum nimmst du den weiten Weg von Berlin nach Kirchheim auf dich?
MORITZ ESYOT: Die eigentliche Antwort ist langweilig: Weil ich gebucht wurde. Hinter dem Event in der Milchbar steckt aber natürlich noch mehr. Ich freue mich, eine ganze Nacht mit einem meiner besten Freunde und langjährigen Auflege-Partner Herr Bauer gemeinsam hinter den Reglern zu stehen. Wir sind schon oft gemeinsam aufgetreten und verstehen uns blind. Außerdem sind die Nächte in der Milchbar etwas Besonderes. Das Publikum weiß einfach, wie man ordentlich feiert.

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Du bist schon in vielen deutschen Städten aufgetreten. Was kann Kirchheim, was Berlin nicht kann?
ESYOT: In Kirchheim ist der Club schon um kurz nach Mitternacht voll und spätestens um halb zwei brennt in der Milchbar die Luft. Da denkt man in Berlin grade darüber nach, wo man später noch hingehen könnte. Und bis fünf Uhr morgens reißt die Energie in Kirchheim eigentlich nie ab.

Wie kamst du dazu, als DJ zu arbeiten?
ESYOT: Ein Freund hat mich damals ganz spontan gefragt, ob ich mit ihm auf einer kleinen Party spielen würde. Ich war völlig unvorbereitet und hatte das davor noch nie gemacht. Dafür hat es aber erstaunlich gut funktioniert und mein Interesse war geweckt. Ich habe mich anfangs allerdings nie als DJ gesehen – ich habe einfach meine Lieblingsmusik gespielt.

Beschreibe deinen Musikstil.
ESYOT: Ich sage an dieser Stelle ganz gern: Ich spiele unkommerziellen House und anspruchsvollen Techno. Meine Einflüsse reichen von Wave über Synthie-Pop oder Soul bis hin zu Disco.

Wie begegnest du dem Vorurteil, dass eigentlich jeder „Musik auflegen“ kann?
ESYOT: Das ist kein Vorurteil. Das kann wirklich fast jeder. Vor allem die digitale Technik hat das noch mal deutlich erleichtert. Einen guten DJ macht aber nicht aus, dass er oder sie zwei Tracks ineinandermixen kann. Es wird ja auch nicht jeder, der einen Fußball treten kann, später für die deutsche Nationalmannschaft nominiert.

Wie ist es, zu arbeiten, wo alle anderen feiern?
ESYOT: Die eigentliche Arbeit beim Auflegen fällt zu Hause an: beim Musiksammeln, Sortieren und Vorbereiten. Ein DJ-Set (Anm.: Titelfolge) von sechs Stunden ist zwar auch anstrengend, aber wer als DJ nicht mitfeiert und daran seinen Spaß hat, macht irgendetwas falsch.

Wodurch zeichnet sich ein guter Abend im Club aus?
ESYOT: Ein durchmischtes, friedliches und dennoch feierwütiges Pub­likum, gekühlte Getränke und eine hochwertige Anlage mit der richtigen Musik.