Weilheim · Lenningen · Umland

Spannender Einblick in die Tiefe der Erde

Information Die Arge Grabenstetten lädt zu einem Abend mit interessanten Vorträgen über den Schlossbergbröller und Teile der Falkensteiner Höhle ein.

Der Schlossbergbröller bei Gutenberg im Lenninger Tal ist eine neue Großhöhle auf der Schwäbischen Alb, die erst jüngst entdeckt wurde. Foto: Andreas Kücha

Lenningen. Die Arge Grabenstetten lädt zu ihrem jährlichen Gäste- und Info-Abend am Samstag, 12. November, in die Falkensteinhalle in Grabenstetten ein.  Die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst, eine der größten höhlenkundlichen Vereinigungen Deutschlands, informiert jährlich über ihre Arbeit und über neue Erkenntnisse aus der Höhlenforschung. Diesmal stehen Neuigkeiten aus den Höhlen rund um Grabenstetten auf dem Vortragsprogramm. Besonders gespannt sind die Experten auf einen Vortrag von Höhlentaucher Andreas Kücha und Jörg Haussmann. Die beiden sind im Lenninger Tal in Gutenberg weit in die Unterwelt der Alb vorgedrungen. „Der Schlossbergbröller ist eine neue Großhöhle auf der Schwäbischen Alb“, verrät Kücha schon vorab. „Gefunden wurde sie durch Zufall im Jahr 2020. Nach der offiziellen Genehmigung begann die Forschung und die Absicherung des Einganges Mitte 2021. Aktuell hat der Schlossbergbröller eine vermessene Gesamtlänge von 573 Meter“, erklärt Kücha weiter.

Die Höhle kann nur durch das Durchtauchen von zwei kleinen Eingangssiphonen befahren werden, verraten die Höhlenforscher. Danach erstreckt sie sich lufterfüllt über 500 Meter bis zum Donnerkeilsiphon, dem aktuellen Ende. „Der größte und schönste Raum ist der Schlossbergsaal“, berichtet Andreas Kücha.

Des Weiteren stehen der Büchelbronner Bröller und der Elsachbröller auf dem Vortragsprogramm des Gästeabends. Der Büchelbronner Bröller liegt am Ende des Büchelbrunner Tals, das auf der Höhe des Pfählhofs im Elsachtal Richtung Südosten abzweigt. Der Eingang liegt nur wenige Meter vom Waldweg entfernt auf Talniveau. Bei Schneeschmelze oder Dauerregen steigt das Wasser in der Höhle und bricht mit Getöse aus dem Eingang hervor. Aber auch bei normaler Wetterlage kann man nur etwa 30 Meter in die Höhle eindringen: der erste Siphon versperrt dann den Weiterweg. Dieser Bröller zählt ebenso wie der Elsachbröller, dessen Eingang quasi dem Höhlenportal der Falkensteiner Höhle gegenüber liegt, zum Großhöhlensystem Falkensteiner Höhle. Séverine Bär und Tim Schmitt werden die neuesten Erkenntnisse zum Forschungsstand aus den beiden Bröllern bekanntgeben.

Die Falkensteinhalle wird am 12. November bereits um 16 Uhr geöffnet, es werden Kaffee und Kuchen angeboten, ab 18 Uhr gibt es Abendessen, die Vorträge beginnen ab 19 Uhr. Als Rahmenprogramm bieten die Forscher in einem abgetrennten Bereich auf einem Spezialfernseher 3D-Höhlenimpressionen. An einer Buchtheke sind höhlenkundliche und regionalgeologische Schriften erhältlich, auch Höhlen-Literatur aus dem Archiv der Arge Grabenstetten ist im Angebot. Der Höhlenkalender „Unterwelten 2023“ und das aktuelle Jahresheft des Höhlenvereins werden angeboten.

Weil auch Gäste immer wieder Literatur oder Ausrüstung verkaufen wollen, soll es offiziell einen kleinen „Höfloh- Markt“ geben. Wer privat Ausrüstung, Literatur oder sonstige Dinge mit höhlenkundlichem Bezug verkaufen möchte, hat dazu Gelegenheit. Zudem wird die Höhlenrettung Württemberg einen Infostand aufbauen und der „Caveshop“ wird wieder aktuelle Höhlenausrüstung aller Art anbieten. Infos gibt es unter www.arge-grabenstetten.de pm

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