Kirchheimer Umland

Spielerisch das Mittelalter entdecken

Kinderstadt im Mehrgenerationenhaus Linde

In den Pfingstferien verwandelt sich das Kirchheimer Mehrgenerationenhaus Linde in die „Blattstadt“: 58 Kinder schnuppern in die Welt des Mittelalters hinein und üben sich an verschiedenen Stationen im Arbeiten und Geldverdienen.

Kinderferienprogramm MGH Linde
Kinderferienprogramm MGH Linde

Kirchheim. In dieser Woche hat die Kinderspielstadt „Blattstadt“ ihre Tore in der Linde in Kirchheim geöffnet. „Die Kinder können spielerisch die Welt der Erwachsenen kennenlernen“, erläutert Tim Rosalewski vom Team des Mehrgenerationenhauses den pädagogischen Hintergrund des Kinderferienprogramms.

Thematisch ist die Spielstadt an eine mittelalterliche Gemeinschaft angelehnt. Jede Station ist einer „Kultur“ zugeordnet: So gibt es beispielsweise die keltischen Bäcker und Bauern, die über einen funktionierenden Lehmofen verfügen, oder die persischen Schneider, die mit Leder und Stoffen arbeiten und handeln. Auffallend ist die besondere Ernsthaftigkeit der Kinder in der „Blattstadt“: Sie spielen nicht nur Schneider oder Bäcker, sie sind es für die Dauer des Ferienprogramms auch, mit allen damit verbundenen Aufgaben und Pflichten.

Die Währung in Blattstadt sind Gold- und Silberlinge. Wer eine Stunde arbeitet, bekommt einen „Lohnzettel“, der von der Schatzmeisterei ausbezahlt wird. Was genau mit dem Geld geschieht, ist jedem selbst überlassen. „Die Kinder können Dinge für sich oder für ihre Gruppe auf dem Marktplatz kaufen“, erklärt Rosalewski. Dort werden alle Waren und Dienstleistungen angeboten, die in Blattstadt verfügbar sind. Durch Angebot und Nachfrage entsteht eine gewisse Eigendynamik im „Mikrokosmos Blattstadt“: Die Mädchen von der keltischen Bäckerei möchten etwa einen Blumengarten anlegen und arbeiten fleißig dafür, um sich diesen Wunsch erfüllen zu können. Die achtjährige Amely von der Hofmeisterei hingegen hat die Idee, Handschuhe herzustellen: „Dann sind die Hände geschützt. Außerdem könnten wir sie verkaufen.“

Damit alles glattläuft, hat die Linde in Kooperation mit der Familien-Bildungsstätte wieder jede Menge Mitarbeiter mobilisiert. Neben Haupt- und Ehrenamtlichen sind auch Auszubildende, Freiwillige und Schüler im Praktikum in die Kinderstadt eingebunden. Von morgens um 9 bis nachmittags um 16 Uhr können so die Kinder ganztags betreut und beschäftigt werden. Bereits im März mussten interessierte Eltern ihre Kinder für das Kinderferienprogramm anmelden, das in diesem Jahr auf 60 Kinder im Grundschulalter beschränkt ist. Manche davon sind regelmäßig dabei. Der Zulauf ist groß, schon in der ersten Osterwoche waren alle verfügbaren Plätze belegt. „Wir hätten gerne aufgestockt – vielleicht klappt das ja im nächsten Jahr“, kommentiert Rosalewski den Erfolg der Kinderspielstadt.

Text: Robert Berndt

Fotos: Deniz Calagan

Kinderferienprogramm MGH Linde
Kinderferienprogramm MGH Linde
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