Kirchheimer Umland

Stadt lädt zu kostenlosem Surfen ein

Seit gestern ist das Netzwerk „city-wlan Kirchheim-Teck“ in der Innenstadt freigegeben

Ein Anfang ist gemacht: In der westlichen Innenstadt Kirchheims steht seit gestern kostenfreies öffentliches WLAN zur Verfügung. Das Netzwerk heißt „city-wlan Kirchheim-Teck“ und erstreckt sich die gesamte Marktstraße entlang sowie vom Max-Eyth-Haus bis übers Rathaus hinaus. Erweiterungen sollen bis Frühjahr 2016 folgen.

Hoch konzentriert ging Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gestern ans Werk, um vor dem Rathaus ins kostenfreie Netz „ci
Hoch konzentriert ging Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gestern ans Werk, um vor dem Rathaus ins kostenfreie Netz „city-wlan Kirchheim-Teck“ zu gelangen. Die Antennen sind so unauffällig wie möglich an verschiedenen Gebäuden in der Innenstadt angebracht (kleine Bilder oben). Fotos: Carsten Riedl

Kirchheim. „Wir sind schon seit einiger Zeit dran an diesem Thema“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zur offiziellen Freischaltung des Netzes gestern Nachmittag und stellte fest: „Ohne kostenfreies WLAN in der Stadt geht es nicht mehr.“ Vorreiter in dieser Sache sei einmal die Stadt Pforzheim gewesen. Entsprechend hoch war damals noch der Preis. Für Kirchheim schwirrten 2013 ebenfalls gewaltige Zahlen durch den Raum. Von rund 150 000 Euro war die Rede, erinnert sich die Oberbürgermeisterin, die einen solchen Preis nachträglich noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ bezeichnet.

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Tatsächlich halten sich die Kosten zwei Jahre später in vertretbaren Grenzen, wie Hauptamtsleiter Stefan Wörner berichtet: „Im Haushalt für 2015 hatten wir einen Ansatz von rund 20 000 Euro als einmalige Kosten für die Installation, und mit diesem Budget kommen wir gut hin.“ Hinzu kämen laufende Kosten für den ersten Ausbauabschnitt in Höhe von 2 000 Euro pro Jahr. Dieses Geld lasse sich teilweise refinanzieren: „Wir bieten mit unserem Netz auch eine Werbeplattform an für örtliche Gewerbetreibende.“

Gerade für den Handel, aber auch für den Tourismus in der Stadt sei das kostenfreie WLAN-Netz heutzutage unabdingbar, betont Angelika Matt-Heidecker: „Mit diesem Angebot, das wir jetzt machen, sind wir da, wo viele andere Städte längst schon sind und wo auch wir hingehören.“ Als Beispiel für den Bedarf nannte sie die vielen Menschen – insbesondere Flüchtlinge –, die auch bei schlechtem Wetter die Bänke rund um den Marktbrunnen drückten: „Das lag dann nicht allein daran, dass es dort so schön ist – es lag vor allem am WLAN-Netz eines privaten Händlers ganz in der Nähe.“

Im Gemeinderat habe es allerdings nicht nur Diskussionen um die Kosten gegeben, die da auf die Stadt zukommen durch dieses kostenfreie Angebot für Einwohner und Besucher. Diskutiert worden sei auch über die Strahlenbelastung. Strahlungen gebe es aber schon so viele, dass es auf ein zusätzliches WLAN-Netz auch nicht mehr ankomme. Nicht zuletzt gebe es in der Innenstadt schon an allen Ecken und Enden private Netze.

Es ist allerdings nicht das Ziel der Stadt, diese privaten Netze zu ersetzen, ganz im Gegenteil: „Die kostenfreie Nutzung ist auf ein Datenvolumen von 500 MB pro Kalendertag beschränkt“, heißt es in einem Faltblatt zum „city-wlan Kirchheim-Teck“. Hauptamtsleiter Wörner erläutert dazu: „Diese Einschränkung muss man machen, um zu verhindern, dass Verbraucher in der Nachbarschaft ihr privates Netz abschalten und dann auf Dauer das öffentliche Netz lahmlegen.“

Das Faltblatt erklärt, wie sich das Netz finden lässt: Man tippe zunächst auf „Einstellungen“, danach auf „WLAN“ und anschließend auf „Nicht verbunden“. Wer dann auf das unverschlüsselte Netzwerk noch den Namen „city-wlan Kirchheim-Teck“ eintippt, hat gute Chancen, dass sein Gerät eine Verbindung herstellt. Allerdings hänge die Verbindung immer auch von zwei Faktoren ab, für die niemand in der städtischen Projektgruppe eine Garantie übernehmen kann: vom jeweiligen Standort der Nutzer und von ihrem Endgerät.

Das Faltblatt mit den Erklärungen liegt in der Kirchheim-Info im Max-Eyth-Haus aus, in der Poststelle des Kirchheimer Rathauses sowie in der Stadtbücherei. Die Bücherei ist in diesem Zusammenhang ein Sonderthema. Ursprünglich einmal war nämlich angedacht, das kostenfreie WLAN genau dort anzubieten – in der Bücherei und drum herum. Jetzt ist es ausgerechnet so, dass zum Starttermin im Büchereigebäude die Verbindung misslingt. Das liege aber an einem technischen Fehler – an der mangenden Kommunikationsfähigkeit unterschiedlicher Switche. „Wir gehen davon aus, dass wir dieses Problem bis Mitte Dezember behoben haben“, meint Stefan Wörner.

Als einen weiteren wichtigen Termin nennt er das Frühjahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt soll sich das Netz auch bis zum Schweinemarkt und zum Postplatz erstrecken. Ein Problem zumindest bedarf bei der Erweiterung keiner Grundsatzdiskussionen mehr: das Problem, dass der Denkmalschutz etwas gegen die Antennen einzuwenden haben könnte. An den Gebäuden, die bislang mit Antennen versehen sind, ist jede Installation in enger Absprache mit dem Denkmalamt erfolgt. Antennen und Halterungen sind bereits oder werden noch in den Farben der Fassaden gestrichen. Sie sollen sich also möglichst an die Gebäude anpassen und nicht weiter auffallen.

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