Kirchheimer Umland

Stark bei schwierigen Stücken

Wirtschaft Die Schlierbacher Firma Stama hat sich auf die Komplettbearbeitung schwierig zu zerspanender Werkstücke spezialisiert. Ein Großteil der Kunden kommt aus der Automobilindustrie. Von Axel Raisch

Stama stellt für Kunden Komplettlösungen im Bereich der Zerspanungstechnik her.Foto: Carsten Riedl
Stama stellt für Kunden Komplettlösungen im Bereich der Zerspanungstechnik her.Foto: Carsten Riedl

Die Firma Stama in Schlierbach besteht seit über 80 Jahren und rüstet sich für die Zukunft. Die 1938 von Gotthilf Stark gegründete Maschinenfabrik verbindet mittlerweile zwei Welten aus der Wirtschaft. Zwar wurde der Mittelständler an die Chiron-Werke Tuttlingen verkauft und gehört seit 2015 zur Chiron Group, seinen ursprünglichen mittelständischen Charakter hat das Unternehmen aber beibehalten. Rund jeder Zehnte der 400 Mitarbeiter befindet sich in Ausbildung.

Die Stärke von Stama liege in der Komplettbearbeitung komplexer und schwer zu zerspanender Werkstücke, erklärt Crispin Taylor. Er ist Geschäftsführer bei Stama und verweist auf einen Anteil von 80 Prozent individueller Kundenlösungen an den Gesamtaufträgen.

„Stama ist die ,Turnkey-Factory‘“, betont Taylor. Schwieriger Begriff für eine einfache Lösung: „schlüsselfertig“ würde man dies im Baubereich nennen. Genau solche Komplett-Anlagen stellt Stama nach Bedarf des Kunden her. „Eigentlich liefern wir nicht nur Maschinen, sondern komplette Lösungen.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob eine, zehn oder hundert Maschinen geordert würden, sagt der Geschäftsführer.

Der Kundenkreis ist typisch für die Region rund um Stuttgart: Ungefähr zwei Drittel gehören zum Automobilbereich. Firmen der Luft- und Raumfahrttechnik, Werkzeughersteller sowie der Energie- und Medizintechniksektor sind weitere Sparten. Fast überall gebe es Bauteile, die zerspant werden müssen, sagt Taylor, sodass der Auftragseingang 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zugelegt habe.

Wichtig sei, die Zukunft zu denken und zu planen, sagt Taylor. Zulieferer müssten stets den Finger am Puls der Zeit haben. Für Stama heiße das, die Themen E-Mobilität und Digitalisierung in neue Baureihen zu integrieren.

So feierte auf der internationalen Ausstellung für Metallbearbeitung (AMB) in Stuttgart die Baureihe MT 733 Weltpremiere. „Ein neues Maschinendesign mit hoher Stabilität für hochgenaue Zerspanung, bereit für die Integration digitaler Produkte und Prozesse“, erklärt Crispin Taylor.

Die Maschine verfügt über digitale Schnittstellen, mit dem Ziel, beispielsweise einen digitalen Zwilling an einem anderen Ort betreiben zu können. Damit würden die Arbeitsschritte, inklusive automatischer Meldung, Prüfung und Bearbeitung abgebildet und ortsunabhängig ablaufen.

Derzeit sind 37 Auszubildende bei Stama tätig. Der Nachwuchs müsse immer wieder neu geworben werden, sagt Crispin Taylor. Obwohl die Konkurrenz in der Region groß sei, hätten bislang immer alle Ausbildungsplätze besetzt werden können.

Anzeige