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Sturmesbrausen auf die Leinwand gebannt

Kunst Kerstin Starkert stellt in der Galerie Diez in Dettingen expressive Alb-Landschaften aus.

Wer genau hinschaut und die Landschaft kennt, kann ganz klar den heimischen Albtrauf unter den Wolkenbergen erkennen.  Foto: pr

Dettingen. „Schwäbische Alb – Heimat im Farbrausch“, ist die Ausstellung von Kerstin Starkert in der Dettinger Galerie Diez überschrieben. Die Vernissage findet am kommenden Sonntag, 25. September, um 17 Uhr statt, die Einführung hält Wilfried Veeser, Vater der Künstlerin. „Expressive Landschaftsmalerei als Spiegelbild der Emotionen“, lautet der Untertitel. Kerstin Starkert hat diese Landschaften am Rand der Schwäbischen Alb verortet, also direkt vor der Haustür. „Diese Landschaft nehme ich bewusst wahr. Auf diesem Feld arbeite ich schon seit Jahren. Ich habe eine Bildsprache entwickelt, die für mich authentisch ist. In die Wolken habe ich Farbtöne reingenommen, sodass das Bild für mich stimmig geworden ist“, sagt sie über ihre Bildwelten. Dank der expressiven Malweise kann sie die natürlichen Farben verlassen und sich künstlerische Freiheiten nehmen. „Schließlich soll auch das Thema Emotionen in die Bilder mit reinkommen“, erklärt Kerstin Starkert. So habe der Betrachter und die Betrachterin die Möglichkeit, durch ihre Augen die Landschaft zu sehen. „Ich hoffe, dass ich den einen oder die andere damit berühren kann“, so die Künstlerin. Manche Bilder sind dramatisch, trüb und düster, andere wiederum bunt und bewegt. Ihre Intention ist, mit künstlerischen Mitteln Landschaften lebendig werden zu lassen. Schwere Wolkenbilder, düstere, fast unheimliche Stimmungen sollen den Betrachter berühren und anrühren, einzigartige Stimmungen eingefangen werden. „Auflösende Wolken, Farbenspiel des Himmels im Bezug zur Heimat rund um Kirchheim und der Schwäbischen Alb sollen sich von ihrer dramatischen, prächtigen und beeindruckenden Seite zeigen“, erläutert die Künstlerin. Im Vordergrund stehe der naturalistische Aufbau in Verbindung zu einer subjektiven Interpretation.

Dazu kommen auch Zeichnungen mit Graphit und Tusche auf Büttenpapier. „Damit greife ich die Bewegung der Bilder und den Arbeitsprozess auf. Es sind Fragmente, wie ich den Rhythmus wahrnehme und ausarbeite. Es ist eine Form des Ausdrucks beziehungsweise der Bildsprache – eine abstrahierte Umsetzung. Beide Techniken ergänzen sich, haben ihren Platz“, sagt Kerstin Starkert. Diese Arbeiten folgen ausschließlich einer subjektiven Interpretation der Landschaft inspiriert durch Herwig Schubert und Paul Cezanne. Eine persönliche expressive Handschrift wird deutlich. Die Künstlerin arbeitet mit Vorlagen aus der Landschaftsfotografie und interpretiert sie neu. Zum Teil sind landschaftliche Fragmente ersichtlich und lösen sich wieder auf. Zum Teil bleiben einzelne abstrakte Teile oder Knäuel, die ineinander verwoben zu einer Bildfindung führen.

Die entstandenen Werke ergeben eine zusammenhängende Komposition, die den Betrachter einladen loszulassen und in die Bildwelten einzutauchen. „Die Arbeiten sollen einnehmend und bewegend sein“, sagt Kerstin Starkert. Seit Februar arbeitet sie an diesem Thema. Möglich gemacht hat das ein Stipendium, für das sie sich beim baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst beworben hat. Iris Häfner

 

Info Die Ausstellung ist vom 25. September bis 9. Oktober in der Galerie Diez in Dettingen, Kirchheimer Straße 85, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags von 18 bis 19.30 Uhr, samstags und sonntags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Termine nach Absprache sind unter der Telefonnummer 01 78/3 34 14 28 möglich.

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