Kirchheimer Umland

Süße Schildkröten für Naschkatzen

Konditoreimeisterin Christina Speißer stellt eigene Marshmallows her

Süße Schildkröten für Naschkatzen
Süße Schildkröten für Naschkatzen

Ebersbach. In der Backstube der Familienbäckerei Rau in Roßwälden stehen Bleche voller Schnecken, Schildkröten, Blumen, Herzen und Schneemännern. Konditormeisterin Christina Speißer steckt mitten in

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der Marshmallowproduktion. Um weitere Bleche zu füllen, kocht die 30-Jährige gerade eine Himbeerpüree-Zucker-Mischung im einem großen Topf auf. Immer wieder muss sie die rote Masse umrühren, damit nichts einbrennt. Die selbst gemachten Marshmallows, die es in den Geschmacksrichtungen Himbeere, Orange und Zitrone gibt, hat Christina Speißer vor gut einem Jahr mit ins Sortiment aufgenommen. Für die Geschmacks- und Farbgewinnung verwendet sie ausschließlich natürliche Zutaten: „Mit dem Himbeerpüree werden die Marshmallows dann im Gegensatz zu künstlichen Farbstoffen nur rosa und nicht knallrot, aber dafür schmecken sie auch besser.“

Benötigt wird zur Herstellung der weichen Süßigkeit außerdem Gelatine. Hier nimmt die Konditormeisterin bewusst Rindergelatine, „damit auch Muslime die Marshmallows essen können.“ In der Bäckerei finden die süßen Köstlichkeiten Gefallen bei Kunden jeden Alters, freut sich die 30-Jährige. Verkauft werden die Marshmallows das ganze Jahr über, „es sei denn, ich komme aus Zeitgründen wirklich mal nicht dazu.“ Im Winter gehe die Produktion schneller als im Sommer, denn „in der Wärme wird die Masse nicht so schnell fest. Da dauert es schon mal einen Tag, bis sie in den Laden kommen.“ Gefragt sei die selbst gemachte Süßigkeit etwa auch auf Hochzeiten, als Ersatz oder Ergänzung zu den bekannten, handlichen Cake-Pops – kleine Minikuchen am Stiel. „Für solche Feierlichkeiten, die ja meist ein eigenes Farbkonzept haben, kann man die Marshmallows dann natürlich entsprechend einfärben“, erklärt Christina Speißer, während sie die fertig aufgekochte Püree-Zucker-Masse zusammen mit der aufgelösten Gelatine in eine Rührschüssel gibt. Dann wird das Gemisch automatisch aufgeschlagen, bis eine zartrosa Masse entstanden ist. In der Zwischenzeit bestäubt sie das Backblech mit Puderzucker, damit die Marshmallows nicht daran kleben bleiben. Die fertige Masse füllt Christina Speißer in einen Spritzbeutel und formt anschließend zügig eine Schildkröte nach der anderen. „Ich brauche runde Formen für die Marshmallows, denn die Masse ist so klebrig, dass ich nicht oft absetzen könnte. Daher bieten sich Motive wie die Schildkröten, Schnecken oder auch die weihnachtlichen Schneemänner an.“ Zum Schluss werden die rosa Himbeer-Schildkröten dann nochmals leicht mit Puderzucker bestäubt.

Ihre Kreativität kann Christina Speißer, die vor ihrem Einstieg in den Familienbetrieb im Jahr 2012 drei Jahre in der Speisemeisterei im Schloss Hohenheim, in der Schweiz und Italien gelernt und gearbeitet hat, bei ihren persönlichen „Steckenpferden“ – der Kreation und Herstellung eigener Pralinen, Schokolade und Hochzeitstorten – ausleben. Den Hochzeitstortenbereich hat sie von ihrer Mutter Dorothea übernommen und weiterentwickelt, die Schokoladen- und Pralinenproduktion hat die 30-Jährige in der Bäckerei Rau eingeführt. „Jeder hat bei uns seinen Bereich, so klappt das prima. In der Weihnachtszeit ist meine Mutter etwa für das gesamte Weihnachtsgebäck wie die Plätzchen und Stollen verantwortlich, da habe ich kein Händchen dafür“, erklärt Christina Speißer und lacht. Ihr Bruder Joachim und dessen Frau Priska – gemeinsam sind die drei seit der Gründung der Bäckerei im Jahr 1864 die sechste Generation des Familienunternehmens – haben die zugehörige Gaststätte von Oma Johanna „Hanne“ Fischer übernommen, die gemeinsam mit Onkel Martin Fischer nach wie vor hinter der Verkaufstheke der Bäckerei tatkräftig mithilft. „Mein Vater Heinrich, der ebenfalls gelernter Bäcker ist, ist mittlerweile zwar im Ruhestand, hilft aber dennoch jeden Tag hier mit“, so Christina Speißer.

Neben der täglichen Handwerksarbeit sind Eigenkreationen wie die Marshmallows für Christina Speißer eine Herzenssache, genauso wie die Herstellung von Zuckerhasen – einem alten, mittlerweile sehr seltenen Handwerk, das die junge Konditoreimeisterin in der heimischen Backstube wieder aufleben lassen will. „Ein großer Traum von mir wäre es, einmal selbst Bonbons herzustellen. Die Maschine dafür ist allerdings sehr teuer. Vielleicht erfülle ich mir diesen Traum irgendwann und mache das als Hobby nebenbei“, blickt sie in die Zukunft.

Süße Schildkröten für Naschkatzen
Süße Schildkröten für Naschkatzen
Süße Schildkröten für Naschkatzen
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Süße Schildkröten für Naschkatzen
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