Kirchheimer Umland

Süße Schriftzüge zum Naschen für zu Hause

Selbstversuch Kochbloggerin Simone Schey aus Reudern testet den 3D-Schoko-Drucker „mycusini“ aus dem Allgäu.

Aus der Düse kommt die schokolade - vergleichbar mit dem Prinzip eines klassischen Spritzbeutels. Foto: Thomas Krytzner
Aus der Düse kommt die schokolade - vergleichbar mit dem Prinzip eines klassischen Spritzbeutels. Fotos: Thomas Krytzner

Nürtingen. Lebensmittel, genauer gesagt, Schokolade, im dreidimensionalen Druckverfahren in verschiedene Formen zu bringen, ist längst keine Weltsensation mehr. Seit 2016 können nicht nur Kunststoffteile direkt vom Zeichentisch aus als Modell gedruckt werden, sondern auch Schokolade. Ein Projektteam der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gründete 2014 das Unternehmen „Print2Taste“ und beschäftigte sich daraufhin zwei Jahre lang mit dem 3D-Lebensmitteldruck. Das Prinzip ist einfach: Es ahmt den klassischen Spritzbeutel nach. „Oben wird gedrückt, und unten kommt die Schoki aus der Düse“, erklärt Geschäftsführer Gerd Funk die neue Technologie.

„Die Idee für uns bestand darin, ein Gerät zu entwickeln, das von der Größe in jede Küche passt und preislich erschwinglich ist“, erinnert sich Gerd Funk. So kam es dann auch: Der neue „mycusini“, der kleinste 3D-Schokidrucker weltweit, findet mit seiner Höhe von rund 26 Zentimetern und 19 Zentimetern in der Länge und Breite in der heimischen Küche fast überall seinen Platz.

Teckbote als süße Verführung: Mit der ausgedruckten Schokolade können unter anderem Sahnebaisers dekoriert werden.
Teckbote als süße Verführung: Mit der ausgedruckten Schokolade können unter anderem Sahnebaisers dekoriert werden.

Die Reuderner Foodbloggerin Simone Schey alias „zimtkringel“ probiert das neue Gerät: „Einfach auspacken, aufstellen, Schoki einfüllen, Speicherkarte einsetzen, und schon kann‘s los gehen.“ Mit einem Knopfdruck startet der Druckvorgang. Leise beginnt die Düse mit der Arbeit. „Man kann den Blick kaum abwenden, wenn man sieht, wie das erste Objekt ausgedruckt wird.“ Dabei erfährt man die Dreidimensionalität hautnah. Die Düse spritzt präzise die erste Schokoschicht auf die Platte und beginnt danach mit der zweiten und dritten - so viele Lagen man eben gewählt hat. Dabei verbindet sich die Schicht mit der vorherigen und härtet zügig aus, damit das Gebilde nicht davonschmilzt.

„Exakt berechnen kann man so etwas bis heute nicht - dahinter stecken etliche Versuche“, erklärt Gerd Funk das Geheimnis der Stabilität. Es gebe viele Einflussfaktoren, die man berücksichtigen müsse. Simone Schey hat eine Pavlova - eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus einer Baiser-Masse - vorbereitet, um sie dann mit den ersten Druckmus­tern zu verzieren. Aber auch das Teckboten-Logo bereitet dem 3D-Drucker keinerlei Probleme. „Wer Küchengeräte liebt, der wird mit dem Schoko-Drucker bestimmt einiges anfangen können“, resümiert Simone Schey, während sie die süßen Schriftzüge und Logos samt der flexiblen Platte für einige Minuten zum Abkühlen in den Kühlschrank stellt. Thomas Krytzner

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