Kirchheimer Umland

„Trump trifft den Nerv der Zeit“

US-Wahl Hierzulande schüttelt fast jeder über den amerikanischen Präsidenten den Kopf. Doch für Melanie Frommer, die drei Jahre in den USA gelebt hat, ist der Wahlausgang offen. Von Irene Strifler

Leben, wo andere Urlaub machen: an den Niagara-Fällen.Foto: privat
Leben, wo andere Urlaub machen: an den Niagara-Fällen.Foto: privat

Politik ist wichtig. Auf diese Einstellung ist Melanie Frommer während ihres dreijährigen Amerika-Aufenthaltes immer wieder gestoßen. Aber: „Über Politik redet man nicht.“ Das politische Geschehen ist als Small-Talk-Thema genauso tabu wie Religion. „Die Amerikaner möchten sich da nicht outen - und wenn sie es tun, dann nehmen sie ganz, ganz eindeutige Positionen ein“, hat die Göppingerin beobachtet. Eine ihrer Erkenntnisse aus drei Jahren in Buffalo ist: Die Kultur der kritischen politischen Diskussion ist jenseits des gro­ßen Teiches einfach nicht so ausgeprägt wie hierzulande.

Unterschiede zeigen sich auch in der Art, sich zu informieren. Zwar läuft in amerikanischen Haushalten von früh bis spät die Flimmerkiste. Doch vielfach handelt es sich um Sender, die gar keine Nachrichten im Programm haben. Rund um die Uhr kann geshoppt ...

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Von Schwaben in die USA

Melanie Frommer, Jahrgang 1982, ist in Göppingen aufgewachsen. Nach dem Studium arbeitete die Kunsthistorikerin beim Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn. Dann bot sich ihr die Chance, ihren Mann, der für einen weltweit tätigen Automobilzulieferer arbeitet, für drei Jahre in die USA zu begleiten, gemeinsam mit dem kleinen Sohn. Dort fand sie viel Kontakt zu anderen Müttern, begann dann aber auch wieder zu arbeiten, und zwar als „Assistant Director“ in einer Firma. Im Juli 2019 kehrte die Familie plangemäß zurück und wohnt seither wieder in Göppingen. Melanie ­Frommer arbeitet jetzt in Kirchheim als Assistentin der Geschäftsleitung bei GO Druck Media Verlag, unter dessen Dach der Teckbote erscheint.ist