Kirchheimer Umland

Unterhaltung pur

Das Frühjahrskonzert des Musikvereins Dettingen stand ganz im Zeichen der Musicals

Nach drei Jahren Abstinenz lud der Musikverein Dettingen zum Frühjahrskonzert ein. Viele Besucher kamen in die Schlossberghalle.

Sein Publikum bestens unterhalten hat der Dettinger Musikverein in der Schlossberghalle. Foto: pr
Sein Publikum bestens unterhalten hat der Dettinger Musikverein in der Schlossberghalle. Foto: pr

Dettingen. Die Moderatoren Katharina Mayer und Mario Mertel durften zu Beginn die Jugendkapelle unter Leitung von Horst Kiedaisch ankündigen. Ein kleines Best-of-Programm wurde während der Proben erarbeitet, mit dem Stück „Soldier‘s song“ als Startnummer. Das zweite Stück war allerdings ganz neu und mit „Pump it up!“ kam erstmals Schwung in die Vorführung. Nach dem melancholischen Stück „Ninna Nanna“ folgte bereits das Schlussstück: Zum bekannten Song von Michael Jackson „Heal the world“ kamen die Leuchtstäbe, die auf jedem Platz bereitlagen, zum Einsatz. Eine abschließende Zugabe wurde prompt erfüllt, wobei mit „Party Mix“ nochmals Stimmung in der Halle erzeugt werden konnte.

Nach einer kleinen Umbaupause war die Stammkapelle unter der Leitung von Slawa Chumachenka am Start. Noch hinter geschlossenem Vorhang begann ihr Vortrag. Moderatorin Corinna Lang mit Katharina Mayer und Mario Mertel hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht im normalen Stil wurden die Stücke vorgetragen, sondern eingebunden in eine Geschichte, die sie selbst kreiert hatte. Da die Veranstaltung unter dem Motto „Nacht des Musicals“ stand, begann der Vortrag mit einem Medley aus „König der Löwen“. Doch es war nur die Einleitung zu einer interessanten Geschichte. Simba, der Sohn des Königs der Tiere, verließ unter dem Eindruck der Selbstanklage, für den Tod des Vaters verantwortlich zu sein, seine Heimat und suchte nach einem neuen Zuhause. Er sollte dabei manch seltsame Begegnung machen. Zu Beginn seiner Reise traf er den Assistenten von Andrew Lloyd Webber, welcher Simba seinen Oscar schenkte, mit der Hoffnung auf viel Glück für den weiteren Lebensweg. Es folgte die musikalische Antwort mit einem Medley von bekannten Werken von besagtem Komponisten, unter anderem mit „Jesus Christ Superstar“ und „Memory“.

Die Reise führte Simba den Strand entlang zu einer Begegnung von Sofie und Mutter Donna, grandios verkörpert durch Mario Mertel, der allein durch seinen Auftritt das Publikum zum Lachen brachte. Schnell wurde klar, dass die Besucher mitten im Musical „Mamma Mia“ sind – weshalb prompt das selbige Stück der Popgruppe Abba folgte.

Allein fühlte sich Simba auf der weiten Welt, doch er sollte es nicht bleiben. Plötzlich stand der Drache Tabaluga aus dem gleichnamigen Musical von Peter Maffay vor ihm und bot ihm seine Begleitung an. Folgerichtig erklang das Stück „Nessaja“.

Weiter auf seiner Reise begegnete Simba der Freundin von Rocky Balboa, Adrian. Sie war auf dem Weg zum Training von Rocky, überließ aber Simba die Boxhandschuhe als Symbol der Stärke. Die bekannte Filmmelodie „Eye oft the Tiger“ versetzte anschließend das Publikum in die Welt des Boxsports.

Die Suche nach dem neuen Zuhause führte Simba zurück in den Dschungel und er hatte prompt ein Zusammentreffen mit Tarzan und Jane, welche Simba überzeugten, in die alte Heimat zurückzukehren. Auf dem Rückweg begleitete ihn die Musik in Form eines Musical-Medleys „Tarzan“. Wegen eines Unwetters suchte Simba Schutz in einer Höhle und fand diese bereits besetzt. Das Phantom der Pariser Oper hatte sich dahin zurückgezogen, um seine unglückliche Liebe zu vergessen. Das überzeugte Simba vollends, auf dem richtigen Weg zurück zu sein. Passend spielte der Musikverein dazu einen Querschnitt aus dem Musical „Das Phantom der Oper“.

Kurz vor dem Eintreffen hatte Simba ein unerwartetes Wiedersehen mit seinem Onkel. Es stellte sich heraus, dass dieser den Tod des Vaters absichtlich herbeigeführt hatte und auch Simba beseitigen wollte. Der Onkel wurde vertrieben und Simba wieder freudig zu Hause aufgenommen. Passend wurde das Medley aus „König der Löwen“ nochmals gespielt, dieses Mal in voller Länge.

Als Bonbon für das Publikum wurde nochmals die Melodie „Nessaja“ vorgetragen.

Die Besucher des Frühjahrskonzertes wurden bestens unterhalten durch fein ausgearbeitete Stücke und gut vorbereitete Musiker, deren Dirigent erst zufrieden ist, wenn auch die Details stimmen. sz

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