Kirchheimer Umland

Verbände kritisieren Baumpflegemaßnahmen

Natur Umweltorganisationen fordern die Stadt Kirchheim auf, ihr Konzept zu überarbeiten.

Schon im Jahr 2016 wurden entlang der Lauter in Ötlingen Bäume gefällt.Archiv-Foto: Carsten Riedl
Schon im Jahr 2016 wurden entlang der Lauter in Ötlingen Bäume gefällt.Archiv-Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Die Bürgerinitiative Stadtbäume Kirchheim, der BUND, der NABU und der LNV kritisieren das Baumpflegekonzept der Stadt Kirchheim. Die Stadt hat ihre Baumschnittmaßnahmen für das Winterhalbjahr 2017/18 den Umweltverbänden vorgelegt. Nahezu in allen Bereichen plane die Stadt, wie die Organisationen in einer Pressemitteilung feststellen, nicht nachvollziehbare Eingriffe entlang der Lauter, der Lindach, der Gießnau, der Weppach und entlang weiterer Bachläufe. Nach Besichtigung vor Ort haben die Umweltverbände zahlreiche Baumfällmaßnahmen mit detaillierter Begründung abgelehnt.

Beispielhaft nennen die Verbände in einer Pressemitteilung den Abschnitt entlang der Lauter beim Schießwasen. Der Bereich ist als geschütztes Biotop „Feldgehölz entlang der Lauter“ kartiert. Dort sollen alle verbleibenden starken Bäume gefällt werden - auch Bäume, die laut den Umweltverbänden ohne erkennbare Schädigung und Erkrankung sind. Hier ist laut den Organisationen eine Überarbeitung der Baumpflegemaßnahme erforderlich. Sonst sei das Biotop in der bestehenden Form zerstört.

Auch an der Gießnau im Abschnitt südöstlich der Einsteinstraße sind umfangreiche Eingriffe in den Gehölzbestand vorgesehen. Die Biotopkartierung kommt für diesen Bereich zum Schluss: „Es handelt sich um eine gute und besonders naturraumtypische Ausprägung eines Bachlaufs. Das Ufergehölz ist aufgrund der Länge von herausragender Bedeutung für den Biotopverbund.“ Hier besteht laut Peter Klug, einem vom BUND Kirchheim beauftragten Baumpfleger, keine Notwendigkeit, die Bäume zu fällen. Es sollen fünfzig bis siebzig Prozent der Eschen gefällt werden, darunter auch vitale Bäume. Eine Entnahme von etwa zehn bis zwanzig Prozent wäre aus Sicht des Sachverständigen sinnvoll. Sollten die Maßnahmen wie geplant durchgeführt werden, sei auch dieses Biotop zerstört.

„Überzogene Maßnahmen“

Die Verbände beklagen in diesem Zusammenhang die Verschwendung öffentlicher Gelder für teure Gutachter und „völlig überzogene Pflegemaßnahmen“. Die Bürgerinitiative Stadtbäume und Umweltverbände fordern, dass ihre Vorschläge zur Baumpflege ernsthaft geprüft werden und wünschen sich von der Stadt Kirchheim dringend eine Überarbeitung der geplanten Maßnahmen.

Die Verbände stellen klar: „Wie bereits beim Runden Tisch Naturschutz im Frühjahr ausgeführt, bedeutet Bürgerbeteiligung nicht, dass Vorschläge zwar eingeholt werden, dann aber regelmäßig mit nicht haltbaren Begründungen im Papierkorb landen.“pm

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