Kirchheimer Umland

Verjüngungskur fürs Rathaus ist abgeschlossen

Sanierung Das 43 Jahre alte Notzinger Verwaltungsgebäude erstrahlt wieder in neuem Glanz. Rund 1,5 Millionen Euro hat der Umbau gekostet. Von Katja Eisenhardt

Architekt Bertram Kiltz (rechts) erläutert den Besuchern im neu gestalteten Foyer, was sich im Rahmen der Sanierung alles veränd
Architekt Bertram Kiltz (rechts) erläutert den Besuchern im neu gestalteten Foyer, was sich im Rahmen der Sanierung alles verändert hat. Das Erdgeschoss samt Eingangsbereich wurde komplett renoviert. Foto: Katja Eisenhardt

Wenn man es richtig gut macht, dann kostet es auch was. Das hatte Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher schon im Juli vergangenen Jahres klargestellt, als es in Sachen Sanierung und Modernisierung des Rathauses konkret wurde: „Aber wenn wir das schon angehen, dann machen wir es gleich g‘scheit.“ An dieses Motto erinnerte der Schultes bei einer öffentlichen Besichtigung des fertig sanierten Rathauses. Die Schlussrechnung steht laut Kämmerer Sven Kebache zwar noch aus. Es soll aber bei 1,5 Millionen bleiben. 700 000 Euro davon kommen als Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm.

Den Ausschlag für die bislang größte Sanierung seit dem Bau des Rathauses vor 43 Jahren hatte die kaum noch zu öffnende Eingangstür gegeben. Dazu kam ein Wasserschaden, der der veralteten Elektrik zusetzte, zugige Fenster, die fehlende Barrierefreiheit und Einbrüche. Es stand fest: Notzingens Rathaus braucht eine Verjüngungskur, um den aktuellen Energie- und Sicherheitsstandards gerecht zu werden. „Uns war es wichtig, das Erscheinungsbild des Rathauses nicht allzu sehr zu verändern“, erklärte Architekt Bertram Kiltz bei der Besichtigung.

Das ist gelungen. Zwar wurde das Erdgeschoss im Zuge der einjährigen Sanierung komplett auf den Rohbauzustand zurückgesetzt und um einen neuen Windfang im Eingangsbereich mit Glas-Flügeltüren ergänzt. Auch das Foyer im Inneren wurde großzügiger gestaltet. Von außen rundet eine moderne Briefkasten- und Klingelanlage den Eingangsbereich ab. Die Raumaufteilung ist aber weitgehend geblieben. Sie wurde lediglich an manchen Stellen optimiert. So gibt es jetzt etwa einen großen Trau- und Besprechungsraum linker Hand des Foyers. Zuvor standen dafür zwei kleinere, separate Räume zur Verfügung. „Vier standesamtliche Trauungen haben bereits im neuen Trauzimmer stattgefunden“, berichtete Sven Haumacher.

Ebenfalls einladend und großzügig erscheint das umgestaltete Bürgerbüro. Neu sind zudem die gemütlichen Sitzgelegenheiten für die Besucher und eine barrierefreie WC-Anlage. Insgesamt ist das Erdgeschoss luftig und hell gehalten: Die dank Glastüren und Fenstern offen wirkenden Räume, die dominierende Farbe weiß sowie indirekte Lichtquellen sorgen für einen modernen und freundlichen Charakter.

Dennoch fügt sich das Neue in den aufgefrischten Bestandsbau ein. So wurde etwa die Treppe vom Erdgeschoss zu den Büros im ersten Stock in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. „Allein die Handläufe wurden bearbeitet“, sagt Bertram Kiltz.

Im Obergeschoss sind die Decken und der mit blauem Teppich ausgelegte Fußboden neu. Die Fenster wurden im gesamten Gebäude ausgetauscht, ebenso die Elektrik den aktuellen Standards angepasst. Außerdem ist die Fassade frisch gedämmt worden. Das mache sich bereits positiv bemerkbar, versichert Sven Haumacher. So sei es im Sommer in den Räumen schon deutlich angenehmer gewesen, in der kalten Jahreszeit seien geringere Heizkosten zu erwarten.

Ein Aufzug fährt nun vom Keller bis in den obersten Stock. Im Erdgeschoss soll noch eine Geschäftsstelle für den Turn- und Sportverein eingerichtet werden. „Das Rathaus ist jetzt insgesamt attraktiver gestaltet - sowohl für die Mitarbeiter als auch die Besucher“, zeigen sich Bürgermeister und Architekt zufrieden mit dem Ergebnis, zu dem vor allem lokale und regionale Unternehmen beigetragen haben.

„Eine der größten Herausforderungen war es, dass die Sanierung bei laufendem Betrieb stattfand“, so Bertram Kiltz. Immer wieder mussten die Mitarbeiter je nach Bauabschnitt innerhalb des Hauses umziehen und ein Jahr lang mit Baulärm arbeiten. Unterm Strich habe das alles aber sehr gut funktioniert.

Auch die Besucher, die sich das neu gestaltete Rathaus sehr interessiert anschauten, zeigten sich vom Ergebnis überzeugt: „Es ist jetzt viel zeitgemäßer als vorher“, sagte etwa Margit Henzler, die seit 45 Jahren in Notzingen lebt. Im selben Jahr, in dem das Rathaus gebaut wurde, zogen Ex- Gemeinderat Hans-Hermann Keller und seine Frau Ursel nach Notzingen: „Die Aufteilung im Inneren wirkt jetzt vielmehr wie eine Einheit - nicht mehr so gestückelt“, lobt Hans-Hermann Keller.

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