Kirchheimer Umland

Vier süße und faire Grüße

Ab 1. November ist die neue Kirchheimer „Stadt-Schokolade“ erhältlich

Sandra Kuch zeigt die vier Sorten „Stadt-Schokolade“, die sie kreiert hat. Ines Christmann-Jacoby, (nachhaltige Stadtentwicklung
Sandra Kuch zeigt die vier Sorten „Stadt-Schokolade“, die sie kreiert hat. Ines Christmann-Jacoby, (nachhaltige Stadtentwicklung) und Songard Dohrn (rechts) vom Eine-Welt-Verein präsentieren das passende Plakat.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Kirchheim nennt sich gerne „Fliegerstadt“, weil hier geflogen wird und weil hier Flugzeuge gebaut werden. Bei einem anderen

Produkt ist es noch nicht ganz so weit: Aus der Tatsache, dass in Kirchheim Bier nicht nur getrunken, sondern auch gebraut wird, hat sich bislang wenigstens noch nicht das Etikett als „Bierstadt“ ableiten lassen. Jetzt kommt ein weiteres Kirchheimer Produkt hinzu: Schokolade. Die neue Kirchheimer „Stadt-Schokolade“ wird zum verkaufsoffenen Sonntag am 1. November erstmals präsentiert. Ob die „Stadt-Schokolade“ Kirchheim gleich zur „Schokoladen-Stadt“ macht, wird sich zeigen. Mengenmäßig lässt sich da ja ohnehin nicht konkurrieren mit dem großen Hersteller in der südlichen Nachbarkommune.

Nicht, dass in Kirchheim wegen der neuen „Stadt-Schokolade“ nun wirklich Schokoladenmasse hergestellt werden würde. Es wird in diesem Fall auch nicht gerade massenhaft Schokolade produziert. Aber die Verfeinerung, die Geschmacksrichtung, die „Würze“ der Schokolade liegt doch in der Hand einer einheimischen „Chocolatière“ – auch wenn es diesen Ausbildungsberuf in Deutschland gar nicht gibt. Sandra Kuch vom Sulzburghof ist eine auf Schokolade spezialisierte Konditormeisterin und „lebt“ für Schokolade, außer in den heißen Sommermonaten.

Ausgerechnet in dieser Zeit – in der heißesten Phase des Jahres, was die Temperaturen anbelangt – hat sie die entscheidende Anfrage erhalten: Ob sie sich vorstellen könnte, für die Kirchheimer Initiative Fairtrade Town vier neue Schokoladen-Sorten zu entwickeln. „Der Kopf ist da nicht wirklich bei der Schokolade, da ist es einfach zu heiß“, sagte Sandra Kuch jetzt, bei der Präsentation der vier neuen Sorten im Dienstzimmer von Kirchheims Oberbürgermeisterin. Ein Glück also, dass die Temperaturen irgendwann auch sinken.

Es wäre nämlich schade gewesen um die vier Schokoladensorten, die da ab Sonntag in den – sehr beschränkten – Fachhandel kommen: „Muskatblüte“ (ganz dunkel, mit 70 Prozent Kakaogehalt), „Rosa Pfeffer/Mango“ (ebenfalls noch dunkel), „Mandel-Streuobstäpfel“ (Vollmilch) und „Cashew/Garam Masala (weiß). Die Sorten haben nicht nur unterschiedliche Geschmacksrichtungen und einen unterschiedlichen Kakaoanteil, sondern auch eine unterschiedliche Prozentangabe bezüglich der fair gehandelten Inhaltsstoffe. Bei den beiden dunklen Sorten wird der Fairtrade-Anteil mit beachtlichen 99 Prozent angegeben.

Außer der Idee, eine gute Schokolade zu produzieren und zu verkaufen – unter anderem als „Mitbringsel“ aus Kirchheim –, geht es bei der „Stadt-Schokolade“ tatsächlich auch um den Gedanken des fairen Handels. Hinzu kommt aber auch die Förderung heimischer Produkte. Das muss sich nicht ausschließen, denn auch für Streuobstäpfel wird bekanntlich in einer Weise geworben, die viele Gemeinsamkeiten mit dem fairen Handel aufweist.

Außer der Initiative Fairtrade Town ist denn auch eine zweite Agenda-Gruppe an der „Stadt-Schokolade“ beteiligt: „Schmeck die Teck“. Verkauft werden die vier Kirchheimer Schokoladensorten künftig an drei Standorten, die sich je einer der beteiligten Organisationen zuordnen lassen: in der städtischen Kirchheim-Info im Max-Eyth-Haus, im Weltladen des Eine-Welt-Vereins sowie im Sulzburghof in Unterlenningen, der zur Initiative „Schmeck die Teck“ gehört. Überall werden die 80-Gramm-Tafeln zum Preis von 2,95 Euro angeboten.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker freute sich bei der Präsentation des neuen Produkts über „einen neuen Sympathieträger für unsere Stadt“. Songard Dohrn vom Eine-Welt-Verein, die Sprecherin der Kirchheimer Initiative Fairtrade Town, sprach von einem neuen „süßen Gruß aus Kirchheim“ und freute sich bereits darauf, wenn es am kommenden Sonntag vom Verkaufsstart weg am besten gleich im doppelten Sinn heißen mag: „Fairtrade ist in Kirchheim in aller Munde.“

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