Kirchheimer Umland

Vom Leben und der Liebe zum Fußball

Konzert In der Notzinger Jakobuskirche sprang kurzfristig Klaus-André Eickhoff für den erkrankten Christoph Zehendner ein und überraschte das Publikum mit Tiefgründigem und Heiterem. Von Katja Eisenhardt

Klaus-André Eickhoff begeistert mit Stimme und Klavier.Foto: Katja Eisenhardt
Klaus-André Eickhoff begeistert mit Stimme und Klavier.Foto: Katja Eisenhardt

Es war ein kurzweiliger und gelungener Mix. “Frag mich nicht - Glaube, Hoffnung, Videobeweis“, lautet der Titel von Klaus-André Eickhoffs aktuellem Best-of-Konzertprogramm. Eine Videobotschaft gab es gleich zum Auftakt in der Jakobuskirche: Christoph Zehendner meldet sich zu Wort, erklärt dem Publikum, weshalb nun der Musikerkollege statt seiner selbst vor ihm steht. Hohes Fieber habe ihn vor ein paar Tagen außer Gefecht gesetzt, berichtet Zehendner, „ich lag flach und die Stimme ist leider bis heute noch nicht wieder ganz da.“ Dankenswerterweise sei Klaus-André Eickhoff kurzfristig eingesprungen, „und ich bin mir sicher, Sie werden einen tollen Abend haben.“ Vorweg: Er sollte recht behalten.

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Auf der Bühne braucht Klaus-André Eickhoff nicht viel. Eigentlich nur seine angenehme Stimme und ein Klavier. Und natürlich seinen Mix aus humorvollen und tiefgründigen Themen, diesem Wechselspiel von leisen, nachdenklichen, poetischen und dann im nächsten Moment wieder fröhlichen, unbeschwerten Tönen. So beginnt er mit dem im Klang ruhigen, aber inhaltlich doch eindringlichen Stück „Alles zu viel“ übers Loslassen, über die Kunst, sich einfach mal treiben und fallen zu lassen in einer vielleicht nicht einfachen Situation: „Du musst jetzt nichts, es ist ok“, lautet da die Botschaft, die man sich sicherlich auch immer mal wieder selbst zu Herzen nehmen sollte. Ein anderes Stück handelt von der Zuversicht. Es geht um den Glauben und die Hoffnung, dass es immer ein kleines Licht am Ende des Tunnels gibt, wenngleich man das auch nicht immer sofort erkennt.

Vom Tiefgründigen spannt Eickhoff den Bogen mühelos zum Heiteren, erklärt er direkt im Anschluss doch nichts anderes als seine Liebe zum Fußball: „Durch dich wird das Alltagsgrau wieder bunt, durch dich ergibt alles einen Sinn. Danke Fußball, das Leben kann so schön sein, du bist immer für mich da“, lautet die gesungene Hommage. Und überhaupt, was den Videobeweis angehe, vertrete er ja folgende neue Philosophie: „Alles was sich damit nicht rekonstruieren lässt, ist nicht passiert“, erklärt der bekennende Fußballfan mit einem Augenzwinkern.

Ihr Fett weg bekommen dann die „Mittelstreifenschleicher“, eine ganz besondere Spezies, die es anderen Verkehrsteilnehmern allzu oft nicht eben leicht machen. Ein alltägliches Dilemma, das der Vollblutmusiker kabarettistisch aufarbeitet und damit für große Erheiterung im Publikum sorgt. Einen wahrhaft sinnvollen Denkanstoß gibt es noch obendrauf, eine Art musikalische Erinnerungsstütze, dass es doch oft die kleinen Dinge sind, für die man im Leben dankbar sein kann und sollte. Sei das etwa der „freie Speicherplatz auf der Festplatte, dass nur der Bart wächst und nicht zu sehr der Bauch, dass das Duschgel unter der Dusche nicht ausgegangen ist, dankbar bin ich auch zum Schluss, dass ich mein Frühstücksei nicht selber legen muss“ - ach, die Liste sei unerschöpflich, findet Eickhoff. So passt auch die „kleine Hymne an die Leichtigkeit“, die Alltagssituationen beschreibt, in denen einfach mal alles rund läuft: „Das Leben kann auch mal ganz leicht sein, nicht immer nur bleigürtelschwer“, ist Klaus-André Eickhoff überzeugt.

In den Liedern des mehrfach preisgekrönten Songpoeten geht es um Glaube, Liebe und Hoffnung, um die Themen menschlicher Beziehungen, die großen und kleinen Fragen, Themen und Probleme des Lebens und den Umgang mit ihnen. Wortgewaltig, tiefsinnig, humorvoll. Am Ende steht das Publikum und fordert unter lang anhaltendem Applaus eine Zugabe. Die soll es bekommen und zwar in Form eines komischen, gesungenen Wortspiels zur deutschen Grammatik und ihren so verwirrend vielfältigen Fällen. Spätestens da bleibt kaum ein Auge mehr trocken.

Das ursprünglich geplante Konzert mit Christoph Zehendner soll nachgeholt werden, erfährt das Publikum zum Abschluss von Stephan Friederich vom veranstaltenden Treffpunkt Kirche und Kultur.