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Wandern mit tollen Ausblicken

Ausflugstipp Klein aber fein ist der Oberboihinger Rundwanderweg. Auf nicht einmal zwölf Kilometern gibt es vom Wasserfall bis zum Hofgut allerlei zu sehen. Von Rainer Hauenschild

Der Oberboihinger Rundweg erstreckt sich gerademal über 11,5 Kilometer. Dennoch hat er eine Menge zu bieten. 2002 wurde er auf Initiative des Agenda Arbeitskreises „Dorf und Landschaftsgestaltung“ angelegt. Die Betreuung hat die örtliche Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins übernommen. Der Rundwanderweg eignet sich nicht nur, um die Gemarkung von Oberboihingen zu entdecken, er wartet auch mit tollen Ausblicken auf.

Der Rundweg startet beim Sportgelände in der Oberboihinger Neckarstraße. Dort befindet sich auch eine neue Infotafel mit Wissenswertem zu dem Weg. Von hier aus geht es zunächst auf dem Neckardamm in Richtung Neckarwehr von Zizishausen. Am Rande der Wiese kann man sich auf einer der Bänke niederlassen, um ein wenig durchzuschnaufen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Hummelmühle in Unterensingen, die erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde.

Auf diesem Abschnitt heißt es einfach, die Eindrücke des Neckars auf sich wirken zu lassen, zu genießen, zuzuschauen, wie das Wasser über das Wehr tost oder aber dem Zwitschern der Vögel oder dem Quaken eines Froscheszu lauschen.

Auf dem Rundweg passiert man auch die Oberboihinger Höhe. Foto: Rainer Hauenschild

Bereits nach wenigen Metern geht es an der Werkstatt der Behinderten-Förderung links ab über die Stattmannstraße zur Eisenbahnunterführung bei der Nürtinger Straße. Weiter führt der Weg vorbei an der Alten Schule entlang der Bahnlinie auf der Nürtinger Straße und über den Marbachweg in das wunderschön gelegene „Marbachtal“ bis zum Oberbohinger Wasserfall.

Das Landschaftsschutzgebiet hatte der Landkreis Esslingen bereits 1978 ausgewiesen. Das 98 Hektar große Gelände liegt zwischen Reudern und dem Neckartal. Auf Tafeln kann man sich hier über das Marbachtal, die Streuobstwiesen und die Geologie in der Umgebung informieren.

Wer genau hinsieht, erkennt im Bett des Marbachs den Übergang vom Keuper zum Jura. Dort bilden die harten, schwarzblauen Kalkbänke der Psilonotenbank einen Wasserfall. Auf seinem kurzen Lauf von Reudern bis zum Neckar bildet der Marbach auf knapp 100 Metern Höhenunterschied deutlich ausgeprägte Gelände- und Gesteinsstufen des Neckartals. Kleinere Strauchgruppen auf Hangabbrüchen mit Quellaustritten, Heckenzüge und Feldgehölze beleben das Landschaftsbild.

Auf einem Schotterweg passiert man nun den ehemaligen Möllesbrunnen. Es geht am Pfauenhof vorbei, bevor man die stark befahrene Reuderner Straße zum Friedhof „Brand“ hin überquert. Ab hier heißt es, die Ruhe der Natur zu genießen und auf sich wirken zu lassen.

Der Feldweg führt nun vorbei am Hundesportplatz der Hundefreunde Oberboihingen durch die Buchenwaldebene hinab zum Waldeck. Auf diesem Abschnitt findet man auch schon einen Hinweis, der zum Vereinsheim des Schwäbischen Albvereins Oberboihingen führt.

Ein Grillplatz lädt zur Rast

Der Weg führt über den Talbach und direkt zum Grillplatz Allmerbrünnele. An dieser Stelle kommt übrigens auch der Jakobsweg aus Bodelshofen vorbei, der nach Neckartailfingen weiterführt. Vom Allmerbrünnele geht ein steiler Weg hoch zum Katholischen Kopf und zur Lauereiche. Warum sie diesen Namen trägt, erfährt man durch eine Infotafel. Von der Lauereiche aus geht es Richtung Tachenhäuser Hof. Die Blicke schweifen in Richtung Schurwald. Traktoren kreuzen den Weg. „Hier beginnt die Salatschüssel meiner Kuh und nicht das Klo Ihres Hundes“, steht auf einem Hinweisschild.

Der Oberboihinger Rundweg führt nun durchdas Hofgut Tachenhausen mit dem sehenswerten Blumengarten. Es gehört zur Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und ist ein landwirtschaftlicher Lehr- und Versuchsbetrieb. Bereits 1949 wurde die Vorgängereinrichtung der Fachhochschule Nürtingen als „Höhere Landbauschule“ gegründet.

Was gehört zu einem Bienenvolk? Welchen Nutzen hat eine Biene und wie viel Flügelschläge benötigt sie? Diese Fragen beantworten Infotafeln des Bieneninformationszentrums, die dort am Wegesrand stehen.

Jetzt geht es über die Oberboihinger Höhe mit einem weiteren tollen Ausblick auf den Schurwald und Richtung Neckartal zum Vereinsheim des örtlichen Albvereins. Auf der Oberbohinger Höhe kommt übrigens auch der Weitwanderweg „Neckarweg“ entgegen. Nach einer Stärkung im Vereinsheim geht es dann weiter über das Gewann „Steinmäuerle“ und den Kreisverkehr „Froschländer“ zum Neckar, von wo der Weg dann wieder zum Ausgangspunkt am Sportgelände führt.

 

Am Wochenende kann man im Vereinsheim einkehren

Die Anfahrt ist möglich mit der S-Bahn von Kirchheim nach Wendlingen. Von Wendlingen geht es weiter mit der Regionalbahn nach Oberboihingen. Vom Bahnhof geht es über
den Fußgängerübergang Daimlerstraße entlang der Mörikestraße in die Neckarstraße direkt zum Startpunkt am Sportplatz Oberboihingen. Wer mit dem Auto kommt, findet beim
Sportgelände einen Parkplatz.

Einkehren kann man in Lokalen in Oberboihingen oder im Vereinsheim des Schwäbischen Albvereins Oberboihingen, Rosenstraße 46. Geöffnet hat es samstags von 15 bis 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 21 Uhr. Der  Grillplatz Allmerbrünnele bietet sich ebenfalls für eine ausgiebige Rast an. Auf der  Homepage der Gemeinde gibt es eine Wanderkarte zum Rundwanderweg.

Sehenswert ist das historische Bahnhofsgebäude. Ebenfalls einen Abstecher wert ist das
alte evangelische Pfarrhaus „Hohentwiel“ aus dem Jahr 1467. Dabei handelt es sich um das älteste Pfarrhaus im Landkreis Esslingen. Die Ortsgruppe Oberboihingen
des SAV betreut den Oberboihinger Rundwanderweg. Nähere Informationen gibt
es auf oberboihingen.albverein.eu. rh