Kirchheimer Umland

Was ist Demenz?

Demenz stammt von Dementia ab und bedeutet frei übersetzt „weg vom Geist“. Man unterscheidet mehrere Demenz-Arten: Die vaskuläre Demenz ist meist durch Blutpfropfen in den Gefäßen verursacht. Die Blutpfropfen lassen sich zwar operativ entfernen, die Schädigung im Gehirn durch ausgetretenes Blut ist jedoch irreparabel. Eine hinterlistige Form von Demenz ist die frontotemporale oder picksche Erkrankung. Bei dieser Form wird der Mensch sehr schnell zum Wrack. In der einen Richtung kann der Erkrankte total hemmungslos werden und sämtliche Emotionen und Grenzen ausschalten. In der anderen Richtung führt die Art der Demenz zur völligen Teilnahmslosigkeit. Eine dritte Form von Demenz, das Wernicke-Korsakow-Syndrom, ist zu großen Teilen selbst verschuldet und damit die unnötigste Art. Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch sind oft Verursacher dieses Syndroms. Der Verlauf der Demenz bleibt bei allen Varianten ähnlich. Die Persönlichkeit verändert sich, häufig treten dann Aphasie – die nicht angeborene Sprachstörung – Apraxie – eine angeborene oder erworbene neurologische Bewegungsstörung – und die Agnosie – eine Störung des Erkennens von Sinneseindrücken auf. Oft verhindert die Störung des kognitiven Denkens, dass sich ein Mensch noch in der richtigen Reihenfolge anziehen kann. Die Alltagstauglichkeit fällt weg. Die Demenz selber führt nicht direkt zum Tod, obwohl sie nach aktuellen Informationen nicht vollständig heilbar ist. Da die Demenz im Hirn Zellen absterben lässt, ist die logische Folge im Lauf der Zeit der Hirntod. Verhindert werden kann die Demenz nicht, allerdings kann durch eine gesunde Lebensweise das Risiko der Erkrankung deutlich verringert werden. Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Stress sind häufig Auslöser. Menschen, die an Demenz erkranken, merken dies zwar, werden aber alles tun, die Defizite zu überspielen. Für Angehörige, die Veränderungen der Persönlichkeit feststellen, ist es sehr schwierig, mögliche Patienten zum Arztbesuch zu überreden. Am ehesten erkennt man die Veränderung, dass der Mensch Dinge tut, die er sonst nie getan hat: beispielsweise fünf Mal am Tag zum Bankautomaten gehen, um zu prüfen, ob das Geld noch da ist – oder er kauft mehrmals am Tag Hundefutter, obwohl er gar keinen Hund hat. Hat man es geschafft, einen vermutlich Demenzkranken zum Arzt zu bringen, kann der Mediziner schnell erkennen, ob eine Demenz vorliegt. Oft wird dies mit dem bekannten Uhrentest oder dem kurzfristigen Auswendiglernen von vier Wörtern geprüft. Mittlerweile gibt es nach dem ersten medizinischen Test nach sechs Monaten einen zweiten, um eine Verwechslung mit dem Delir zu verhindern. Als Delir oder Delirium wird eine vorübergehende, körperlich bedingte psychische Störung mit einem breiten Spektrum akuter Verwirrtheitszustände bezeichnet. Die Ursachen für ein Delir sind unterschiedlich und unspezifisch. Verschiedene Erkrankungen, Medikamente, Vergiftungen mit Alkohol oder Drogen sowie deren Entzug können in einem Delirium gipfeln. Als ein weiterer Risikofaktor gilt das Alter: Das Delir tritt mit Abstand am häufigsten jenseits des 60.  Lebensjahres auf. Normalerweise ist ein Delirium zeitlich begrenzt. Durch Sensibilisierung der Sinne, der Förderung der noch vorhandenen Möglichkeiten und mit einer „Betreuung mit Herz“ kann der Fortschritt der Demenz häufig deutlich verlangsamt und somit das Leben des an Demenz erkrankten Menschen möglichst lebenswert gestaltet werden. kry


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