Kirchheimer Umland

Wasserleitungen sorgen für Verzögerungen

Sanierung Die Verlängerung der Baumaßnahmen sorgen für Unmut bei Notzinger Bürgern und Gewerbetreibenden.

Notzingen. Mit Umsatzeinbußen haben viele Gewerbetreibende und Einzelhändler in Zeiten von Corona ohnehin zu kämpfen. In Notzingen machen ihnen derzeit noch marode Wasserleitungen das Leben schwer. Seit 15. Juni wird die Kirchheimer Straße saniert, der Weg über den Würstlesberg ist dicht. Das zieht sich nach aktuellem Stand wohl bis Januar oder gar Februar.

In der Gemeinderatssitzung wurde die Thematik jetzt nochmals aufgegriffen. Alfred Bidlingmaier (CDU) richtete seine Rüge an das beauftragte Planungsbüro Geoteck: Aufgabe sei doch gewesen, genauestens zu prüfen, in welcher Form die Hauptwasserleitung im Zuge der Straßensanierung gerichtet werden kann. Das sei offensichtlich nicht genau genug geschehen, denn genau dieser Part sorge jetzt für die mindestens zweimonatigen Bauverzögerungen. Problem: Die Leitung kann nicht im Inliner-Verfahren saniert werden, sondern es muss doch komplett aufgegraben und erneuert werden. „Das hätte man vor Sanierungsbeginn feststellen müssen“, kritisierte Bidlingmaier. Zusätzlich werden die Hausanschlüsse in der Kirchheimer Straße gleich mitgemacht, zu guter Letzt folgt die Erneuerung der Asphaltschicht. An Bürgermeister Sven Haumacher appellierte Bidlingmaier, er möge doch gemeinsam mit dem Ingenieur­büro und der Straßenbaufirma nochmals nach einer Übergangslösung suchen. Vielleicht könne man ja zusätzliche Schilder aufstellen, die etwa die Zufahrt zu den Geschäften besser regeln, also die derzeitige Umleitung optimieren, so die Anregung.

Er stehe mehrmals wöchentlich im Kontakt mit den Beteiligten, erklärte Haumacher. Jeden Dienstag gebe es zudem einen Vor-Ort-Termin, bei Bedarf auch zu einem anderen Zeitpunkt. Die Gemeinde unterstütze die Gewerbetreibenden, was etwa die Duldung von entsprechenden Hinweisschildern in Abstimmung mit der zuständigen Verkehrsbehörde und der Polizei angehe. Aufgestellt werden müssten diese aber von den Betroffenen selbst.

Geschäfte sind anfahrbar

Insgesamt seien die Geschäfte anfahrbar, so Haumacher. Im aktuellsten Bauzeitenplan ist für die Kirchheimer Straße ein Bauende am 4. Dezember vorgesehen. Im Anschluss werde auf einer Strecke von gut 70 Metern von der Kirchheimer in die Wellinger Straße eine neue Wasserleitung verlegt. Zeitaufwand: gut zwei Wochen nach derzeitigem Stand. Weiter geht es dann in der Ortsmitte, was ebenfalls mit gut zwei Wochen beziffert werde. „Erst wenn das abgeschlossen ist, kann die Kirchheimer Straße geöffnet werden. Je nach Witterung kann es Ende Januar oder Februar werden. Unsere Baumaßnahmen liegen derzeit noch im Rahmen“, so der Schultes. Der Bauabschnitt „Hochdorfer Straße“ starte, wenn die Kirchheimer Straße und Ortsmitte abgeschlossen seien. Die Einbahnstraßenregelung in der Ötlinger Straße werde Ende dieser Woche wieder aufgehoben.

Unerwartete Verzögerungen gibt es auch bei der aktuellen Sanierung in der Roßwälder Straße. Auch hier ist eine marode Wasserleitung im Bereich Hohenstaufenblick bis Brühlstraße der Auslöser. „Das war die Hoffnung, dass wenigstens die zeitnahe Öffnung der Roßwälder Straße eine Entlastung für die Geschäfte bringen kann und die Kundschaft aus der Göppinger Richtung wieder freie Zufahrt hat. Das dauert jetzt auch länger als geplant. Umso prekärer ist die Lage und erfordert dringend eine Lösung“, betonte Alfred Bidlingmaier. Vielleicht sei ja eine halbseitige Öffnung möglich. Das möge man doch prüfen. Das jetzt doch umfassender saniert werden müsse, sei sehr ärgerlich, betonten auch Rudolf Kiltz (CDU) und Hans Prell (UKW). „Dass es Rostfraß an der Leitung gibt, war doch bekannt“, so Kiltz. Bei der Sperrung der Roß­wälder Straße geht Bürgermeister Haumacher von einer Fertigstellung Mitte oder Ende Dezember aus, ursprünglich war dafür der 10. Dezember vorgesehen. eis

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