Kirchheimer Umland

Wellness-Kur fürs Hallenbad

Sitzung nach der Sommerpause: Dettinger Gemeinderat entscheidet sich für die Modernisierung

Das Hallenbad „aquaFit“ ist in Dettingen beliebt, aber auch Kirchheimer lieben es. Doch um weiterhin Badespaß zu garantieren, muss gehandelt werden.

Für den Gemeinderat Dettingen steht fest: Das Baden in ihrem Hallenbad soll bald durch einige Instandsetzungsmaßnahmen sicherer
Im Hallenbad Dettingen findet ein Schwimmkurs statt. Foto: Carsten Riedl

Dettingen. Es ist die erste Sitzung des Dettinger Gemeinderates nach der Sommerpause, und auf der Tagesordnung warten einige Punkte, die besprochen werden müssen. Auch das bei den Bürgern hoch geschätzte Dettinger Hallenbad soll zur Sprache kommen. Denn es ist nicht nur für die Dettinger ein beliebter Ort, um bei kaltem Wetter einige Bahnen zu schwimmen, auch die Kirchheimer Bürger werden vorerst bis zum Sommer 2019 das Bad benutzen. Grund dafür ist die Schließung des Hallenbades in Kirchheim. Um so wichtiger ist es nun, für die zahlreichen Badegäste ein sicheres Baden zu garantieren.

Bürgermeister Rainer Haußmann will von Gunter Spranz wissen, „welche exakten Maßnahmen wir für die Instandsetzung des Bades ergreifen müssen?“. Der Ingenieur weiß genau, was getan werden muss. Wichtig ist laut Spranz die Modernisierung der Wasseranlagen. „Das bedeutet, wir brauchen neue Wärmepumpen mit einer nachgeschalteten Brauchwasserbereitung.“ Zur Sicherstellung eines qualitativ guten Trinkwassers soll außerdem der jetzige Speicher durch einen effektiveren Durchlaufspeicher ersetzt werden.

Doch das Finanzierungspaket stößt auf Unmut. „Die Zahlen sind hoch, und wir wissen noch gar nicht, was wir vom Land an Geld bekommen“, sagt Hermann Pölkow (SPD). Solange man noch nicht weiß, ob der Kirchheimer Gemeinderat dem Kostenschlüssel zustimmt, soll am Hallenbad recht wenig gemacht werden. Laut Pölkow ist erst einmal Warten angesagt. Doch für den Bürgermeister sind die Instandsetzungsmaßnahmen unabdingbar: „Wir müssen sofort handeln, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und ein sicheres Baden zu verantworten.“ Abgesehen von einer Erneuerung der Wärmepumpen ist Dr. Steffen Ochs mit den Planungen zufrieden. „Ich und die ganze Gruppe der Freien Wähler sind uns einig, dass wir die Planungen unterstützen.“ Jedoch soll man nur das minimal Erforderliche erledigen, und dazu zählt für ihn nicht die Erneuerung der Wärmepumpen: „Ich finde, man braucht sie nicht, um ein sicheres Baden zu garantieren.“

Doch mit den derzeitigen Wärmepumpen ist die Sicherheit laut Ingenieur Gunter Spranz gefährdet. „Die Wärmepumpen aus dem Jahr 1986 funktionieren zwar noch, aber niemand weiß, wie lange.“ Die Pumpen wurden in der Vergangenheit schon mehrfach repariert. „Doch kommt es heute erneut zu einer Reparatur, werden die Kosten so hoch sein wie der Neuwert einer Wasserpumpe“, erklärt Spranz. Nachhaltig denken ist hier das Stichwort. Tobias Kemmler, Betriebsleiter des Hallenbades, kann dem Ingenieur nur zustimmen. Das Hallenbad habe zwar kein Legionellen-Problem, aber die Beschichtung der Brauchwasserspeichers sei nicht mehr vorhanden. „Energetisch ist das eine sehr großer Aufwand für uns“, teilt Kemmler dem Gemeinderat mit. Es sei ein Wunder, dass der Speicher schon so lange funktioniert.

Rainer Haußmann ist sich über die starken Kontrollen und Auflagen und die hohen Erwartungen der Bürger bewusst: „Wir haben bis zu 1 000 Besucher am Tag, und wer weiß, ob eine Kooperation mit Kirchheim weiterhin besteht, um das Hallenbad mitzufinanzieren.“ Man könne also nicht mehr warten. Um das Bad zu sichern, müsse man diese Investitionen tätigen. Ulrike Schweizer fügt hinzu: „Wir müssen halt in den sauren Apfel beißen, denn wir wollen ja schließlich eine fortschrittliche Gemeinde sein.“

Hermann Polköws Vorschlag, die Umweltpumpe aus dem Paket zurückzustellen, wird in der abschließenden Abstimmung abgelehnt. Die Verwaltung und das Ingenieurbüro Spranz finden letztendlich mit ihrem Originalvorschlag eine Mehrheit im Ratsrund. Das gesamte Paket mit den Instandsetzungsmaßnahmen für das „aquaFit“ hat die Zustimmung vom neun der insgesamt 12 anwesenden Parteien. Drei zogen es vor, sich bei der Abstimmung zu enthalten.

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