Kirchheimer Umland

Wenn der Bürgermeister zum Auktionator wird

Holzverkauf 80 Interessierte steigern beim Brennholzverkauf im Notzinger Eichert mit. So kommen gut 8 500 Euro für die Gemeindekasse zusammen. Von Thomas Krytzner

Die Versteigerung von Holz gehört traditionell zur Arbeit von Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher. Foto: Thomas Krytzner
Die Versteigerung von Holz gehört traditionell zur Arbeit von Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher. Foto: Thomas Krytzner

Notzingen besitzt 94 Hektar Wald. Seit Jahren ist Sven Haumacher nicht nur Bürgermeister der Kommune, sondern auch Herr des Waldes - zumindest, wenn es um den Verkauf des Brennholzes geht. Da wird aus dem Ortschef ein gewiefter Auktionator, der mit Witz und Charme natürliche, wärmende Ressourcen an den Mann oder die Frau bringt. „Dass der Bürgermeister das Holz verkauft, war in Notzingen schon immer so“, erklärt Sven Haumacher, „und ich habe die Tradition gerne übernommen.“

So fanden sich rund 80 Interessierte zur Versteigerung der Flächenlose und der Polter (Baumstämme) im Restaurant Eichert ein, um sich die besten Lose zu sichern. Die meisten haben sich das zum Verkauf stehende Holz im Vorfeld vor Ort angeschaut. Nach kurzer Einführung durch den Revierförster Albrecht Schöllkopf, hieß es für Sven Haumacher, die insgesamt 60 Lose - davon 53 Polter und sieben Flächenlose - an die Meistbietenden zu verkaufen.

Das Prinzip ist recht einfach. Der Auktionator nennt die Losnummer, die Anzahl Festmeter - ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter Holz - und das Mindestgebot. Wie Förster Schöllkopf bestätigt, liegt der Preis für Buchenholz derzeit bei 65 Euro pro Festmeter und bei Eichen müssen 55 Euro pro Festmeter bezahlt werden. Die Bieter können durch Handzeichen mitbieten.

Bei den Poltern schraubte sich der Preis in Fünf-Euro-Schritten nach oben, bei den Flächenlosen bot man in Ein-Euro-Schritten. Hauptsächlich kamen bei der Brennholzversteigerung Buche und Esche unter den Hammer, es standen aber auch Eiche, Robinie und Ahorn zum Verkauf.

Während der Versteigerung, die Sven Haumacher immer wieder humorig auflockert, ist festzustellen, dass die Bieter eher an kleineren Flächen interessiert sind. Die ersten 25 Lose gehen weg wie warme Semmeln. Lose mit über fünf Festmetern finden kaum Abnehmer. Wer Glück hat, ist alleiniger Bieter und kommt dadurch günstig zu Brennholz. Meist sind es aber zwei oder gar drei Bieter, die den Preis gegenseitig in die Höhe treiben. Es herrscht aber keine Spur von Verbissenheit unter den Interessierten - im Gegenteil, man kann gönnen.

Wer Glück hat und die gewünschte Menge Holz ersteigern kann, zahlt direkt nach der Auktion bar an den Bürgermeister und bekommt dafür eine Bescheinigung für das erstandene Los.

Am Schluss der rund einstündigen Versteigerung steht fest: Zehn der Polter fanden keinen Käufer, die Flächenlose hingegen wechselten alle den Besitzer. Der Erlös von rund 8 500 Euro fließt in die Gemeindekasse. Bürgermeister Sven Haumacher ist zufrieden: „Der Andrang war überraschend gut. Ich bin sicher, dass wir die zehn übrig gebliebenen Lose im Lauf der nächsten Tage auch noch verkaufen.“ In der Tat ist es so, dass einige Interessierte nach der Versteigerung fragen, ob noch Holz übrig sei.

Vorsicht geboten

Revierförster Albrecht Schöllkopf ist seit 25 Jahren Revierleiter in Denkendorf - und seit der Umstrukturierung im Forstamt nun auch für Notzingen zuständig. Er warnte vor Gefahren: „Motorsägen gehören nur in erfahrene und geübte Hände. Die Vorschriften der Unfallverhütung sind einzuhalten.“ - Die Baumstämme müssen bis Ende des Jahres aus dem Waldgebiet entfernt werden, und an den Flächenlosen darf bis Ende April gearbeitet werden. „Danach gönnen wir dem Wald eine Ruhepause bis September.“ Totholz, das schon länger im Wald liegt, soll auch dort verbleiben. „Natur und Waldtiere freuen sich darüber.“

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