Kirchheimer Umland

Wenn die Schule brennt

Für den Ernstfall vorbereitet: Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen in der Verbundschule

Im Rahmen einer groß angelegten Hauptübung an der Verbundschule stellte die Dettinger Feuerwehr gemeinsam mit den Feuerwehren aus Kirchheim, Bissingen und Owen ihr Können unter Beweis. Es wurde klar: Wenn die Schule brennt, zählt jede Sekunde.

Reibungslose Zusammenarbeit: Bei der Feuerwehrübung in der Dettinger Verbundschule arbeiteten rund 150 Einsatzkräfte aus acht Fe
Reibungslose Zusammenarbeit: Bei der Feuerwehrübung in der Dettinger Verbundschule arbeiteten rund 150 Einsatzkräfte aus acht Feuerwehren zusammen. Fotos: Markus Brändli

Dettingen. „Achtung, Feueralarm“, hallt eine weibliche Stimme durch die Flure und über das Gelände der Verbundschule in Dettingen. In der Lehrküche im ersten Obergeschoss ist es zu einer Explosion gekommen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Der Hausmeister hat die Brandmeldeanlage ausgelöst. Durch einen Defekt an der Brandschutztür breitet sich der Rauch im Obergeschoss aus. Der gesamte Flur vor der Küche ist verraucht.

Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Szenario nicht um einen Ernstfall, sondern um die Hauptübung der Dettinger Feuerwehr. Für die zahlreichen Zuschauer wird diese Übungslage eindrucksvoll durch massiven Rauch, der aus dem Fenster der Lehrküche dringt, in Szene gesetzt und von Feuerwehrkommandant Jürgen Holder moderiert. „Sie merken, es gibt hier keine Sirene, die den Brand verkündet, sondern eine Durchsage“, erklärt Holder. Für die Verbundschüler, zu denen auch sprach- und körperbehinderte Kinder zählen, sei es angenehmer, wenn eine Stimme anstatt eines schrillen Signals ertönt.

Im Ernstfall zählt jede Sekunde, deshalb trifft kaum fünf Minuten später der Mannschaftstransportwagen der Dettinger Feuerwehr mit Einsatzleitung und Zugführer ein. Kurze Zeit später folgen das Löschfahrzeug TLF16/25 mit seinem 2 400-Liter-Wassertank und das LF 16-TS mit Schlauchmaterial und Einsatzkräften. Der Einsatz in der Verbundschule erfordert Koordination und Fingerspitzengefühl. Da die Dettinger Feuerwehr das Gebäude sehr gut kennt, verläuft die Abstimmung mit den unterstützenden Feuerwehren aus Kirchheim (Abteilungen Stadtmitte, Nabern, Jesingen, Ötlingen und Lindorf) sowie aus Bissingen und Owen reibungslos: Die Einsatzkräfte gehen umgehend zur Brandbekämpfung über und dringen zur Menschenrettung unter Atemschutz in das Gebäude ein.

Alle Menschen in den Zimmern im Obergeschoss müssen über Steckleitern, im Fall von nicht gehfähigen Personen mit der Drehleiter, gerettet werden. Das Lehrerzimmer auf der Südseite muss ebenfalls über Steckleitern evakuiert werden. Einige Kinder mit Rollstühlen müssen die Treppenstufen heruntergetragen und zur Betreuungsstation in die Sporthalle gebracht werden. Diese wird von den Feuerwehrkameraden aus Owen und Bissingen betreut, ehe sie vom Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes übernommen wird.

„Nicht alle Fahrzeuge fahren bis zur Einsatzstelle vor“, erläutert Holder. „Einige Einsatzkräfte halten sich auf dem Parkplatz bereit und werden je nach Bedarf von der Einsatzleitung angefordert und eingesetzt.“ Nach knapp 30 Minuten kann die Einsatzleitung das erfolgreiche Ende der Übung vermelden. Insgesamt befinden sich an diesem Nachmittag rund 150 Feuerwehrmitglieder von acht Feuerwehren mit 16 Fahrzeugen im Einsatz. Die zu rettenden Menschen wurden jeweils zur Hälfte von Angehörigen der unterschiedlichen Jugendfeuerwehren sowie von Schülern und Lehrern der Verbundschule gespielt.

Bei der anschließenden Manöverkritik in der Dettinger Schlossberghalle zeigten sich die Beteiligten mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Die groß angelegte Hauptübung machte deutlich, dass die Koordination unter den Hilfskräften hervorragend funktioniert und keine Reibungseffekte entstehen, sondern dass Synergieeffekte genutzt werden können.

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