Kirchheimer Umland

Wildschweinbestand deutlich dezimiert

Tiefenbachtal Rund 100 Jäger erlegen bei revierübergreifender Jagd 86 Schwarzkittel.

Dettingen. Wachsende Wildschweinbestände sorgen in Dettingen schon seit Längerem für Kopfzerbrechen. Zum Leidwesen vieler Gütlesbesitzer pflügt das Schwarzwild bei der Nahrungssuche im großem Stil die Wiesen um. Immer wieder wurden Stimmen laut, die eine nachhaltige Bejagung des Schwarzwildes forderten. Im November vergangen Jahres nahm die Jägerschaft deshalb verstärkt Wildschweine ins Visier. Allerdings mit wenig Erfolg, denn die Jagdgemeinschaft, die das Revier I in Nürtingen gepachtet hat, nahm aufgrund interner Querelen nicht an der Jagd teil. So war im Tiefenbachtal eine offene Flanke entstanden, die die Schwarzkittel laut German Kälberer als Rückzugsgebiet nutzten. „Die Unstimmigkeiten innerhalb der Jagdgemeinschaft konnten“, dem Vertreter der Jägervereinigung Kirchheim zufolge, „nun ausgeräumt werden.“

Das machte sich nun bei der Jagd vor einigen Tagen bemerkbar. In dem von den Bürgerseen, über Owen und den Nürtinger Talwald bis nach Beuren reichenden Gebiet erlegten die rund 100 Jäger mit ihren fast 40 Hunden 86 Wildschweine. Darunter auch weibliche Exemplare. „Angesichts der hohen Reproduktionsraten dieser Tierart, ist das als Erfolg zu werten“, bilanziert Kälberer. „Denn auf die Zahl der erlegten Bachen umgerechnet, konnte so verhindert werden, dass sich der lokale Wildschweinbestand in den nächsten Monaten um 100 Tiere erhöht.“ Trotzdem hat der stellvertretenden Kreisjägermeister Grund zur Kritik. „Eine Vollsperrung der durchs Tiefenbachtal führenden Straße ist“, laut German Kälberer, „für eine effektive revierübergreifende Jagd unabdingbar. Doch genau wie in den Vorjahren, hat das Landratsamt dafür keine Genehmigung erteilt.“ Darin sieht der Waidmann ein ernsthaftes Problem.

Die immer milderen Wintermonate bescheren dem Schwarzwild ein hervorragendes Nahrungsangebot und optimale Überlebenschancen. „Für eine deutliche Reduzierung der wachsenden Wildschweinbestände ist eine Vollsperrung im Tiefenbachtal deshalb unabdingbar. Denn nur so kann“, nach Auffassung von Kälberer, „eine Jagd auf beiden Talseiten erfolgen, ohne dass die Tiere erneut Ausweichmöglichkeiten finden, oder Jagdhunde und Wildtiere von Fahrzeugen erfasst werden.“ Der stellvertretende Kreisjägermeister wünscht sich deshalb in Kooperation mit dem Landratsamt eine schnelle Lösung des Problems. Daniela Haußmann