Kirchheimer Umland

„Wir finden keine Drucker“

Bruno Panni
Bruno Panni

Der Lehrstellenmarkt hat sich verändert. Es gibt immer mehr Ausbildungsplätze und immer weniger Lehrlinge, die dafür ­infrage kommen.

Thomas Krytzner

Können Sie Ihre Ausbildungsplätze alle besetzen?

BRUNO PANNI: Nein, wenn wir die Stellen ausschreiben, melden sich für den Beruf des Druckers kaum Inte­ressierte.

 

Welcher Beruf ist im Druckergewerbe beliebt?

PANNI: Für die Ausbildung als Mediengestalter bewerben sich rund 60  junge Menschen, beim Drucker sind es sechs und für den Beruf des Buchbinders interessieren sich gerade Mal noch ein bis zwei Bewerber.

 

Haben Sie die Anforderungen an die Bewerber im Lauf der Zeit gelockert?

PANNI: Schon seit Längerem bieten wir guten Hauptschülern ebenso die Chance auf einen guten Ausbildungsplatz wie den Gymnasiasten. Wir müssen mit der Zeit gehen, um überhaupt noch Auszubildende zu bekommen.

 

Worauf führen Sie das mangelnde Interesse am Beruf des Druckers zurück?

PANNI: Handwerkliche Berufe sind immer weniger gefragt. Die gleiche Situation gab es schon in den 90er-Jahren, als Drucker häufig von anderen Betrieben abgeworben wurden. In die Richtung marschieren wir gerade wieder. Ich vermute, dass die Druckerlehre an Attraktivität verloren hat, weil viele Druckereien ihre Lehrlinge als billige Arbeitskraft benutzt haben.

 

Wie erreichen Sie künftige Schulabgänger?

PANNI: Zum einen durch die Betriebsbesichtigungen, die im Rahmen des Ferienprogramms durch das Landratsamt angeboten werden, aber auch im direkten Kontakt mit den Schulen.

Anzeige