Kirchheimer Umland

Worauf beim Baden zu achten ist

Freizeit Die DLRG meldet für dieses Jahr bislang 23 Badetote in Baden-Würt­temberg. Ursache ist oft Selbstüberschätzung.

Symbolbild: Baden. Foto: Carsten Riedl
Symbolbild: Baden. Foto: Carsten Riedl

Kreis. Kurz vor Ende der Badesaison hat die DLRG die Zahl der Badetoten veröffentlicht. In den ers­ten sieben Monaten des Jahres sind in Baden-Württemberg 23 Menschen ertrunken, elf davon im Alter von 21 bis 65 Jahren. „Selbstüberschätzung und Missachtung der Baderegeln sind häufig Gründe für Badeunfälle“, sagt Armin ­Flohr, Präsident des DLRG Landesverbands. Viele gefährliche Situationen können aber leicht vermieden werden. Landesverbandsarzt Dr. Harry Magunia gibt dazu einige Tipps, die unter Umständen Leben retten können:

Was ist dran, dass man mit vollem oder ganz leerem Magen nicht ins Wasser gehen soll?

Dr. Harry Magunia: Mit vollem Magen nach dem Essen ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt, was viel Energie benötigt und dazu führt, dass andere Areale wie die Muskulatur weniger versorgt werden. Der Körper ist daher in der Verdauungsphase nicht voll leis­tungsfähig. Aber auch ein leerer Magen und Hunger können zu Problem führen. Dann fehlen dem Körper wichtige Energieträger. Hierdurch kann es zu körperlicher Schwäche kommen. Es kommt also auf einen guten Mittelweg an. Empfehlenswert ist eine leicht verdauliche Kost.

Weshalb ist das Abkühlen vor dem Gang ins Wasser wichtig?

Magunia: Springt man unabgekühlt in kaltes Wasser, so kann es zu einem reflexartigen Abfall der Herzfrequenz kommen. Das kann zur Bewusstlosigkeit führen und letztlich zum Ertrinken. Dies kann durch eine schrittweise Gewöhnung des Körpers an kältere Temperaturen, etwa langsam unter der Dusche abkühlen oder langsam ins Wasser gehen, verhindert werden.

Weshalb ist es wichtig, das Wasser zu verlassen, wenn man friert?

Frieren ist ein Zeichen, dass die Körpertemperatur gesunken ist. Da Wasser sehr viel stärker als Luft Wärme ableitet, kann es auch im Hochsommer zur Unterkühlung im Wasser kommen. Eine Unterkühlung macht den Körper weniger leistungsfähig. Zusätzlich kommt es häufiger zu Muskelkrämpfen. Beides kann zu Hilflosigkeit im Wasser führen.pm

Die Baderegeln in 30 Sprachen sind hier aufgeführt: www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/baderegeln/

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