Kirchheimer Umland

Ziel: Ehe und Familie stärken

Landessynode Herbsttagung geht wichtige Themen an und wird in der Offenen Kirche eifrig diskutiert.

Kirchheim. Über die Herbsttagung der Württembergischen Landessynode berichteten die Synodalen der Offenen Kirche im Wahlbezirk Kirchheim/Nürtingen Elke Dangelmaier-Vincon und Robby Höschele. Höschele hatte als Vertreter der Landeskirche an der Herbsttagung teilgenommen.

Zum Verhältnis von Christen und Juden wurde beschlossen, dass alle Bemühungen, Juden zu einem Religionswechsel zu bewegen, zurückzuweisen sind. Mit der strategischen Planung des Oberkirchenrats soll auf Trends geantwortet werden. Man will unter anderem in der Wertediskussion Präsenz zeigen, Ehe und Familie stärken und ein zukunftsfähiges Kommunikationskonzept erarbeiten. Beide OK-Synodale vermissten eine wirkliche Reaktion auf die Herausforderungen der Gegenwart, etwa den Klimaschutz oder das Verbot von Rüstungsexporten.

Es ist eine alte Forderung der Offenen Kirche, das Persönlichkeitswahlrecht bei der Wahl zur Synode um Elemente des Verhältniswahlrechtes zu ergänzen. Beide OK-Synodale bedauerten, dass diese Forderungen von den beiden anderen großen Gesprächskreisen nicht mitgetragen wurden. Die Mehrheitsverhältnisse würden nicht abgebildet.

Die Landessynode beschloss, in den Jahren 2020 bis 2024 fünfzehn weitere Personen über alternative Zugänge in den Pfarrdienst aufzunehmen. Zur Ausbildung solcher Pfarrer bieten sich bestehende Masterstudiengänge an den Universitäten Heidelberg und Marburg und der Kirchlichen Hochschule Neudettelsau an. Elke Dangelmaier-Vincon betonte, dass der Regelweg ins Pfarramt weiterhin das Theologiestudium sein muss.

Dass der Strukturausschuss der Landeskirche am Pfarrplan 2024 festhält, hießen beide OK-Synodale für gut. Der Pfarrplan sei ein gutes Instrumentarium, denn Pfarrer und Mitglieder gehen zurück, die Flächen bleiben. Bis 2024 sollen 15 weitere Sonderpfarramtsstellen gestrichen werden. Das bisherige Verhältnis zwischen Sonderpfarrstellen und Gemeindepfarrstellen soll aber mit 16,5 zu 83,5 Prozent beibehalten werden.

Im Nachgang wurde eine Erklärung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zu Rüstungsexporten verabschiedet. Demnach sollen deutsche Rüstungsexporte weitgehend unterbunden werden.

Außerdem wurden der Präsidentin der Landessynode 23 500 Unterschriften überreicht. Die Unterzeichner fordern die kirchliche Trauung für alle, die in verbindlichen Lebensformen leben und dies wünschen, vor allem für gleichgeschlechtliche Partner. OK-Synodale Dangelmaier-Vincon bemerkte dazu, dass die Württembergische Landeskirche mittlerweile die einzige in der EKD ist, in der das nicht möglich ist.pm

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