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Schule Sie kümmert sich um Grundschüler und mehr: Schulsozialarbeiterin Franziska Rössler berichtet dem Notzinger Gemeinderat von ihrer Arbeit. Von Katja Eisenhardt

Die Grundschule Notzingen: Seit einem Jahr gibt es hier eine Schulsozialarbeiterin.Foto: Jean-Luc Jacques
Die Grundschule Notzingen: Seit einem Jahr gibt es hier eine Schulsozialarbeiterin.Foto: Jean-Luc Jacques

Seit dem Schuljahr 2017/18 hat die Notzinger Grundschule mit Diplom-Sozialpädagogin Franziska Rössler eine Schulsozialarbeiterin. In Kooperation mit der Gemeinde Dettingen wurde eine 75-Prozent-Stelle geschaffen. 20 Stunden pro Woche ist Franziska Rössler in der Dettinger Grundschule im Einsatz, mit zehn Wochenstunden dienstags und donnerstags in Notzingen. Im Januar wurde vereinbart, dass Franziska Rössler an beiden Tagen von acht bis 13 Uhr an der Schule sein wird. Im Gemeinderat hat sie nun von ihrem ersten Arbeitsjahr berichtet.

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Acht Jahre habe sie zuvor bereits in der ambulanten Erziehungshilfe gearbeitet, drei Jahre war sie in Thailand in einem deutschsprachigen Schülerwohnheim im Einsatz. „Die Schulsozialpädagogik ist für mich eine Schnittstelle zwischen der Jugendhilfe und der Schule - gleichzeitig also etwas Neues, bei dem ich aber auf meine bisherigen Erfahrungen zurückgreifen kann“, erklärt Franziska Rössler. Stand Juli besuchen die Notzinger Grundschule 114 Schüler, die sich auf sechs Klassen verteilen. An zwei Schulen parallel im Einsatz zu sein, beschreibt Rössler als eine große Bereicherung: „Denn Grundschule ist nicht gleich Grundschule.“ Das zeige sich allein schon an der unterschiedlichen Schulgröße, jene in Notzingen ist etwa halb so groß wie die Dettinger Grundschule. „Die unterschiedlichen Erfahrungen, die man macht, ergänzen sich gut“, berichtet die Schulsozialpädagogin.

Zusammenarbeit funktioniert

Bereits in ihrem ersten Jahr an der Schule habe es eine sehr gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gegeben. Drei zentrale Tätigkeitsfelder gehören derzeit zu ihren Aufgaben an der Grundschule: Dazu zählen die Einzelfallhilfe, verschiedene gruppenspezifische Angebote sowie offene freizeitpädagogische Angebote. Zur Einzelfallhilfe gehört etwa das Besprechen und Klären von Konflikten, den Kindern dabei zu helfen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren oder auch die Unterstützung von einzelnen Kindern im Unterricht je nach Bedarf, die Beteiligung an Eltern-Lehrer-Gesprächen oder die Beratung der Eltern. Bei der Einzelförderung von Kindern geht es darum, sie in ihrer schulischen, sozialen und emotionalen Entwicklung zu unterstützen. Die Schulsozialarbeiterin ist die zentrale Vertrauensperson und Ansprechpartnerin für die Kinder. In allen Klassen und bei den Elternabenden hat sie ihre Funktion zu Beginn ihrer Tätigkeit erklärt, ist präsent, beispielsweise auch in den Pausen auf dem Schulhof. Zu den gruppenspezifischen Angeboten zählt etwa das Soziale Kompetenztraining in den Klassen zwei bis vier, für das die Themen von den Lehrern vorgeschlagen werden, oder auch bestimmte Themeneinheiten wie „Streit“ oder „Gefühle“ in den ersten Klassen sowie die Unterstützung der Kinder in ihrer Selbsteinschätzung. Der dritte Aufgabenbereich umfasst Spielangebote in der Kernzeit im ersten Schulhalbjahr und die Anwesenheit auf dem Pausenhof, um als Ansprechpartnerin präsent zu sein und den Kindern zu helfen, sinnvolle Beschäftigungen zu finden.

Im kommenden Schuljahr soll es eine engere Zusammenarbeit und einen regelmäßigen Austausch mit der neuen Schulleitung geben, die nun gefunden ist, wie Bürgermeister Sven Haumacher verkündete. Ein Termin für die offizielle Einsetzung stehe noch nicht fest. Das sei während der Phase der kommissarisch besetzten Stelle etwas schwieriger gewesen, berichtet Franziska Rössler. So sollen gemeinsam mit dem Kollegium und der Schulleitung konkrete Ziele für die künftige Schulsozialarbeit festgelegt werden. Ein Anliegen sei zudem die regelmäßige Kooperation mit der Kernzeit, etwa zu den Stoßzeiten bis 14 Uhr. Vorstellen könne sie sich auch eine deutlich stärkere Vernetzung mit anderen Schulsozialarbeitern an Grundschulen, sagt Franziska Rössler.