Kirchheimer Umland

Zweite Amtszeit ist in greifbarer Nähe

Wahl Am 7. Juli wählen die Notzinger ihren Bürgermeister. Amtsinhaber Sven Haumacher ist der einzige Kandidat. Für die kommenden acht Jahre hat der 42-Jährige schon einige Projekte in Aussicht. Von Katja Eisenhardt

Der Schultes an seinem Arbeitsplatz: Sven Haumacher steht vor seiner zweiten Amtszeit in Notzingen.Foto: Katja Eisenhardt
Der Schultes an seinem Arbeitsplatz: Sven Haumacher steht vor seiner zweiten Amtszeit in Notzingen.Foto: Katja Eisenhardt

Der Rathauschef wirkt sehr entspannt, was die Bürgermeisterwahl in Notzingen am 7. Juli angeht. Das kann er auch sein, denn bis zum Bewerbungsschluss hat kein Gegenkandidat mehr seinen Hut in den Ring geworfen. Die Chancen stehen für Sven Haumacher also bestens, dass er gemeinsam mit seinem Team auch in den kommenden acht Jahren die Geschicke der 3 700-Einwohner-Gemeinde leiten kann. „Das Amt des Bürgermeisters ist ein sehr schöner und vor allem vielseitiger Beruf. Langweilig wird es einem da nie“, sagt Haumacher. Der Polizeikommissar und Jurist ist in dieser Verwaltungssparte ein Quereinsteiger. Vor der Wahl 2011 waren seine ersten berufliche Stationen das Landgericht Hechingen und das Landratsamt Böblingen, wo er als Referent des Landrats beschäftigt war.

Die Bilanz seiner ersten acht Amtsjahre kann sich durchaus sehen lassen. In der Gemeinde wurde einiges bewegt. „Das war durchweg gute Teamarbeit“, betont der 42-Jährige. Zu den größeren Projekten zählen der Bau eines Multifunktionsfelds für die Sportler, betreutes Wohnen am Kelterplatz mit 16 Plätzen sowie die Sanierung des Backhauses ebenfalls am Kelterplatz. Ein Konzessionsvertrag mit der Energieversorgung Filstal ermöglicht den Anschluss an das Gasnetz: „Dieses Jahr soll die Gasleitung von Schlierbach nach Notzingen verlegt werden, Anfang nächsten Jahres folgt der Ausbau der Kreisstraße, sodass die ersten Häuser ans Gasnetz angeschlossen werden können. Die Nachfrage ist hoch“, berichtet Haumacher.

Mit dem Neubau des privaten Pflegeheims - Investor und Betreiber ist „Asklepia“ aus Kirchheim - geht es ebenfalls gut voran. 45 stationäre Plätze sind geplant, dazu kommen zehn Tagespflegeplätze. In direkter Nähe auf der Festwiese zwischen Gemeinde- und Sporthalle soll zudem ein neues Domizil für die Feuerwehr entstehen: „Wenn es gut läuft, können Anfang nächsten Jahres die konkreten Planungen starten“, so der Schultes zum aktuellen Stand. Die Kostenschätzung beträgt rund 4,5 Millionen Euro, maximal 250 000 Euro sind an Fördergeldern möglich.

In der Nachbarschaft liegt auch die Notzinger Grundschule. „Irgendwann wird daraus höchstwahrscheinlich eine Ganztags-Grundschule. Eine Idee wäre, im neuen Feuerwehrhauses eine Schulmensa mit einzuplanen“, nennt Sven Haumacher ein Thema, das ihn im Falle einer Wiederwahl beschäftigen wird. In den letzten Zügen ist dagegen die Sanierung des Rathauses. In den oberen Büros fehle noch der Fußbodenbelag, auch der neu eingebaute Aufzug muss noch in Betrieb genommen werden. 1,4 Millionen kostet die Modernisierung, etwa die Hälfte davon trägt das Land.

Gut voran geht es auch in Sachen Neubaugebiet „Hofäcker IV“, in dem 42 Bauplätze entstehen sollen: „Derzeit werden noch die Eidechsen umgesiedelt. Wenn es gut läuft, startet Ende des Jahres die Erschließung. Die Nachfrage nach den Bauplätzen ist immens.“ Ebenfalls am Herzen liegt Haumacher die Sanierung der Landesstraße: „Die außerörtlichen Bereiche am Ortseingang und Ortsausgang werden noch in diesem Jahr vom Regierungspräsidium angegangen. Für den innerörtlichen Bereich ist dann die Gemeinde am Zug.“

Trotz der vielen Investitionen steht die Kommune finanziell gut da. Rund zehn Millionen Euro sind auf dem Sparbuch. Damit lässt sich auch in den kommenden Jahren einiges realisieren. Einer der Gründe für die gute Finanzlage seien die geringen Personalkosten. Dazu kommen hohe Einkommens- und Steuereinnahmen. Notzingen zeichne sich zudem durch seine hohe Lebensqualität mit seiner guten Lage und auch dem vielseitigen Angebot für Jung und Alt aus. „Das ist hier noch ein Stück heile Welt“, findet Haumacher. Dass er erneut kandidieren werde, sei für ihn schon vor einem Jahr klar gewesen. Sicher ist ihm bereits sein Platz im neu gewählten Kreistag: „Das wird auch eine spannende Aufgabe“, ist Sven Haumacher überzeugt.

Die Kandidatenvorstellung findet am Donnerstag, 27. Juni, um 19 Uhr in der Gemeindehalle Notzingen statt.